Pakistan

Unruhen wegen Freispruch von Christin

In Pakistan halten die Straßenproteste radikalislamischer Gruppen an. Sie protestieren gegen den Freispruch einer Christin, die wegen Gotteslästerung acht Jahre in der Todeszelle saß.

Tausende Menschen haben in Pakistan lautstark protestiert und Straßen sowie wichtige Gleisverbindungen blockiert. "Gerade heute nach dem Freitagsgebet war es ziemlich heftig", erzählt ARD-Korrespondentin Silke Diettrich. Viele Schulen und Unis blieben geschlossen, ebenso wie einige Geschäfte. 

Islamistenpartei will Asia Bibi öffentlich hinrichten

Grund der Proteste ist der Freispruch einer Christin, den radikale Islamisten nicht hinnehmen wollen. Sie fordern, dass Asia Bibi öffentlich hingerichtet wird. Die Richter, die das Todesurteil aufgehoben haben, sollen ihrer Meinung nach entlassen werden. Wo sich Asia Bibi derzeit aufhält, ist unklar. 

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Die Christin Asia Bibi saß acht Jahre lang in der Todeszelle. Am Mittwoch (31.10.2018) hatte der Oberste Gerichtshof in Islamabad sie freigesprochen. 

Asia Bibi war 2009 festgenommen worden, weil sie beschuldigt worden war, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Sie selbst hat die Vorwürfe immer bestritten. Offenbar war sie mit muslimischen Frauen aus ihrem Dorf in Streit geraten, die sie dann beschuldigt hatten.

"Wenn du ein Problem mit deinem Nachbarn hast, kann ein Vorwurf der Gotteslästerung eine Menge auslösen. Das nutzen auch einige aus."
Silke Diettrich, ARD-Korrespondentin für Pakistan

Das Blasphemie-Gesetz, das bis heute in Pakistan gilt, haben die Briten als Kolonialmacht vor mehr als 70 Jahren eingeführt. Das Gesetz sollte verhindern, dass Menschen wegen religiöser Streitigkeiten spontan aufeinander losgehen. "Es gibt oft Fälle, wo das Gesetz missbraucht wird", sagt ARD-Korrespondentin Silke Diettrich. 

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