Seit gut 30 Jahren ist es jeden Sommer das Gleiche. Massenweise tote Hummeln liegen unter der Silberlinde. Forscher wussten lange nicht, woran das liegen kann. Jetzt haben sie eine neue Theorie.

Es waren nicht nur ein paar tote Hummeln. Sondern sehr, sehr viele, die jedes Jahr im Sommer in Berlin unter den Bäumen der Silberlinde liegen. Experten dachten lange, der Nektar der Silberlinde sei giftig. Es wurde sogar darüber nachgedacht, die Bäume zu fällen. Das wurde zum Glück nicht gemacht, sagt der Wildtierbeauftragter des Landes Berlin Derk Ehlert.

Hummel leben in den Tag hinein

Durch lange Beobachtungen haben Forscher herausgefunden, dass die Hummeln verhungern. Wir Menschen nehmen den Hummeln die sonstige Nahrung weg, indem wir Blumenwiesen mähen, Vorgärten zupflastern und Unkrautvernichtungsmittel sprühen.

Deshalb fliegen die Hummeln in Berlin zur verbleibenden Nahrung, das ist die Silberlinde: Der einzige Baum, der im Juli noch blüht. Wenn sie dort ankommen, sind sie oft schon zu schwach und sterben dann dort.

"Heute weiß man, dass nicht die Linde schuld ist, sondern wir Menschen."
Derk Ehlert, Wildtierbeauftragter des Landes Berlin
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Im Vergleich zu Bienen haben Hummeln einen Nachteil: Sie betreiben keine Vor- und Nachsorge, leben also einfach so in den Tag hinein. Und das wird ihnen zum Verhängnis.

"Wir müssen weniger machen in den Gärten - weniger düngen, weniger mähen -, dann kommt mehr Vielfalt, und schon haben wir mehr Insekten."
Derk Ehlert, Wildtierbeauftragter des Landes Berlin

Glockenblumen, gelber Hornklee, Sommerflieder fehlen

Im Sommer sehen wir in Kleingärten und auf Balkonen zwar überall Blumen. Aber es sind oft die falschen. Hortensien beispielsweise haben keinen Nektar und sind für die Hummeln nutzlos.

In Europa leben 70 Hummelarten. Sieben davon kommen in Deutschland häufig vor. Sowohl Ackerhummel, Gartenhummel, Erdhummel - alle haben Probleme, und allen fehlt Nahrung.