Welche Kabel und Rohre verlaufen eigentlich unter meinem Haus? Klingt nach einer simplen Frage. Aber so einfach ist das nicht. Denn es gibt nirgendwo zentrale Angaben darüber, was so in der Erde alles verbuddelt wurde.

Die Frage, die allerdings zuerst geklärt werden muss: Wem gehört das eigentlich alles, was da so unter meinen Füßen ist. Gibt es so etwas wie die 12-Seemeilen-Zone im Meer? Die Antwort klingt überraschend. Denn tatsächlich gehört einem theoretisch erst mal alles bis zum Erdkern, besagt §905 BGB. Ungefähr wie bei einem Tortenstück.

"Das ist endlos. Das Recht des Eigentümers auf dem Grundstück erstreckt sich auf den Raum über der Oberfläche und auf den Erdkörper unter der Oberfläche."
Norbert Bierbach, Anwalt der Kanzlei Streifler

Allerdings ist das Recht eher theoretisch zu verstehen. "Der Mann mit dem fünf Kilometer Keller hat sich noch nicht gemeldet", sagt DRadio-Wissen-Redakteur Pascal Fischer. Es gibt allerdings Ausnahmen vom Besitz: So kann man zum Beispiel nicht das Grundwasser einfach abzapfen, das unter einem Grundstück fließt, denn Grundwasser ist nicht eigentumsfähig.

Fragt sich nur: Was liegt eigentlich noch so alles unter einem Haus - außer Grundwasser zum Beispiel? Gute Frage, denkt sich Pascal Fischer und stürzt sich in die Recherche. Als Beispiel nimmt er sein eigenes Domizil. Erstes Ergebnis: Auf Sand hat er sein Häuschen nicht gebaut. Eher auf Lehm, Fels und Sumpf.

Keine zentrale Anlaufstelle

Für wissenschaftlichere Aussagen muss Pascal das Internet durchforsten. Beim hessischen Landesamt für Geologie findet er Informationen über Erosionen und das Nitratrückhaltevermögen der Böden. Im Baulastenverzeichnis suchte er nach Altlasten im Boden - glücklicherweise mit negativem Ergebnis. Nur Bodendenkmäler konnte er nicht finden. Trotzdem wäre ein archäologischer Fund gar nicht so unwahrscheinlich: In nur einem Kilometer Entfernung zu seinem Wohnort lag ein römisches Kastell.

Komplikationen beim Bau

Schwieriger wird es da schon, wenn er wissen will, welche Gas-, Wasser- und Stromleitungen unter seinem Haus verlaufen. Dazu versucht er es zunächst mit einem digitalen Kanalkathaster. Das zeigt aber nur, was unter der Straße liegt. Beim Haus hört die Karte auf - Privatbesitz. Das kann schon mal zu Komplikationen führen, zum Beispiel wenn gebaut wird. Werden dann Rohre gefunden, weiß erst mal niemand, wo die hingehören. Die Lösung: abklemmen und abwarten wer sich beschwert.