Große Unternehmen wie H&M oder Ikea investieren in ihr Markenimage. Das soll nachhaltiger werden. Ob das auch für die Produkte gilt?

Kritik, dass Produkte billig produziert, Rohstoffe unter schlechten Bedingungen abgebaut oder Arbeiter zu miserablen Löhnen beschäftigt werden, kennen H&M und Ikea genauso wie andere große Ketten. H&M und Ikea haben jetzt aber reagiert und in Deutschland zwei Läden eröffnet, die mit Nachhaltigkeit werben: Da ist zum Einen die laut Ikea nachhaltigste Filiale der ganzen Welt, im nordrhein-westfälischen Kaarst bei Düsseldorf. 

"Man merkt schon, dass sich Ikea Mühe gegeben hat. Es gibt Solarzellen auf dem Dach, die Toiletten werden mit Regenwasser gespült, und die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut."
Katja Scherer, Deutschlandfunk Nova
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Von außen sieht das alles sehr schön aus, und das Feedback in den sozialen Netzwerken ist überwiegend positiv. Allerdings hat sich an den Produkten im Sortiment nicht viel geändert. An manchen Stellen wird explizit auf nachhaltige Produkte hingewiesen, und es sind Videos mit indischen Produzenten zu sehen. 

Anders ist das beim neuen H&M-Ableger Arket. Dort gibt es weniger Klamotten zu kaufen und die Materialien unterscheiden sich deutlich - beispielsweise bekommt man dort Kleider aus recyceltem Kaschmir.

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Zielgruppe legt wert auf Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat herausgefunden, dass die Mehrheit der Deutschen zwischen 16 und 25 Jahren findet, dass Unternehmen verstärkt auf Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen achten sollten. Egal ob bei Kleidung, Essen oder Möbeln. Darauf reagieren die Unternehmen natürlich. 

Bei Ikea ist es so, dass die Kern-Marke nachhaltiger wirken soll. Bei H&M geht es mit der neuen Marke Arket dagegen eher darum, ganz neue Zielgruppen anzusprechen und die Kern-Marke H&M wie gehabt bestehen zu lassen.

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Der Vorteil an nachhaltigen Produkten ist natürlich auch, dass sie teurer verkauft werden können. Bei Arket zum Beispiel kostet ein Pullover auch mal 150 Euro, Jacken bis zu 300 Euro. Branchenexperten haben allerdings ihre Zweifel, ob das neue Nachhaltigkeitskozept der Unternehmen wirklich erst gemeint ist.

Nur eine Produktionsstätte umzugestalten, ist nicht ausreichend, um nachhaltig zu agieren. Man muss immer auch sehen: Was steckt hinter dem Label, den Produkten, dem Unternehmen."
Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Ikea hat in seiner Kaarster Filiale nicht viel am Sortiment verändert. Bei Arket kann man immerhin über QR-Codes online nachschauen, wo die Ware gefertigt wurde und welche Materialien verwendet wurden. Woher die Rohstoffe kommen oder wie die Arbeiter bezahlt wurden, wird dadurch aber nicht transparent gemacht.