Unternehmerin Tijen Onaran macht sich für vielfältige Kleidungsstile in der Wirtschaft stark. In ihrem Berufsalltag hat sie schon oft klischeebeladene Kommentare gehört – wenn sie von Frauen kommen, tue das doppelt weh, sagt sie und plädiert dafür, sich auch in der Wirtschaft gegenseitig mehr Komplimente zu machen.

Grau, Schwarz, Dunkelblau. Tijen ist Unternehmerin und versucht, Frauen in der Wirtschaft miteinander zu vernetzen. Vor allem aber hadert sie mit dem eintönigen Klamottenstil ihrer Branche. Darum trägt sie bunt. Das Problem: In der Wirtschaft kämen sowohl Männer als auch Frauen damit oft nicht klar, meint Tijen. Sie glaubt, dass es eine Art "unausgesprochenen Dresscode gibt, der von vielen Frauen mitgemacht wird." Menschen, die bunt gekleidet sind, sich gerne schminken oder High Heels tragen, fallen hier extrem auf.

Deshalb entscheidet sich Tijen gern für Statementkleidung. Von ihrer Community bekommt sie dafür überwiegend positives Feedback. Viele Frauen sehen in ihr ein Vorbild. Die Meinung teilen jedoch nicht alle. So musste sich Tijen während ihres Jobs schon so manche klischeebeladene Aussage anhören.

"Wenn ich im tradierten Mittelstand oder in großen Konzernen unterwegs bin, ist es schon so, dass ich auffalle."
Tijen Onaran, Unternehmerin, CEO von Global Digital Women

In solchen Situationen wird Tijen Onaran von ihren Mitmenschen plötzlich dem Catering oder der Schauspielbranche zugeordnet. "Da sind wir dann wieder bei den Stereotypen", meint sie im Gespräch.

"Ich habe das Gefühl, dass wir in Deutschland noch nicht verstanden haben, dass sich Vielfalt eben auch in Kleidung ausdrücken kann."
Tijen Onaran, Unternehmerin, CEO von Global Digital Women

Besonders ärgerlich findet Tijen Onaran unangebrachte Kommentare, wenn sie von denen kommen, die sie eigentlich unterstützen will: Frauen.

"Bei Männern kommt dann ein blöder Spruch von mir zurück und dann ist gut. Bei Frauen tut das doppelt weh."
Tijen Onaran, Unternehmerin, CEO von Global Digital Women

Roten Lippenstift trägt Tijen übrigens ganz bewusst als Zeichen des Empowerments. "Das ist für mich das Zeichen dafür, dass ich sein kann, wie ich sein möchte." Dass sie Lippenstift mag, zeigt Tijen auch auf Social Media. Zuletzt hat auch das für Aufregung gesorgt. Ein Mann hatte unter Tijens Post kommentiert, dass sich ein roter Lippenstift im Business-Kontext nicht gehöre – außer man gehöre einem bestimmten Gewerbe an.

"Daraus resultiere ein Lippenstift-Gate, bei dem ganz viele Frauen ihre Lippen rot angemalt und sich damit solidarisiert haben. Ich finde das großartig!", erzählt Tijen. Sie plädiert abschließend dafür, sich gegenseitig mehr Komplimente zu machen.

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