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Falscher Nachname, schlechter Stadtteil, kein Geld. Die Gründe für Chancenungleichheit in Deutschland sind vielfältig. In dieser Ab 21 sprechen wir mit zwei Frauen, die sich gegen Vorverurteilung durchgesetzt haben und ihren Weg gegangen sind – gegen alle Widerstände.

Lana bezeichnet ihr Leben als ein einziges "trotzdem" – wegen ihres ethnischen und sozialen Backgrounds verurteilt zu werden, begann schon, als sie von der Hauptschule auf die Realschule wechseln wollte und die Lehrer meinten: "Das schaffst du doch gar nicht."

Auch als sie sich als Polizistin beworben hat, meinten sogar ihr Ex und einige Freunde, dass sie das als Migrantin doch sowieso nicht schaffen würde. Über ihren Weg und den Beruf hat sie jetzt das Buch "Nachtschicht in Neukölln: Eine Polizistin erzählt" geschrieben – und ist froh, dass sie sich nie vom Weg hat abbringen lassen.

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Lana in ihrem Job als Polizistin
"Natürlich kann sowas demotivieren und Selbstzweifel kommen auf, ich habe es dann trotzdem immer einfach gemacht."
Lana über ihre Unsicherheiten

Keine Bildungsgerechtigkeit

Auch für Natalya waren die Punkte im Lebenslauf aus Fremdsprachenkorrespondentin, einem Studium in England und Gründerin des "Netzwerk Chancen" nicht gerade in die Wiege gelegt. Ein sozialschwacher Background und eine klischeebehaftete Gesellschaft haben es ihr oft schwer gemacht. Heute ist sie erfolgreich und hilft mit ihrer Nichtregierungsorganisation Menschen, die mit ähnlich schweren Startbedingungen klarkommen müssen. Wie sie sich hochgekämpft hat, hört ihr im Podcast.

Eine Frau
© Natalya Nepomnyashcha
Natalya hat viel für ihre Karriere kämpfen müssen
  • Die Chancengleichheit für Kinder in Deutschland hat zugenommen. Trotzdem gilt laut OECD-Studie aus 2018: Wer einmal als abgeschrieben gilt, bleibt es auch. Der Zufall des Geburtsortes, der Herkunft generell oder der aktuellen Postleitzahl entscheiden noch immer über Bildungs- und Entwicklungschancen. Im internationalen Ranking liegt Deutschland noch immer hinter Ländern wie Schweden, Dänemark und Neuseeland und in etwa auf Höhe von Chile, Mexiko, Montenegro.
  • Weitere Erkenntnis der OECD: In Deutschland kann es sechs Generationen dauern bis die Nachkommen einer einkommensschwachen Familie das deutsche Durchschnittseinkommen erreichen. 53 Prozent der Kinder von Eltern mit hohem Bildungsstatus schaffen einen Uni-Abschluss, aber nur jedes zehnte Kind von Hauptschulabsolventen.
  • Aus einem eigenen sozialen und finanziellen Umfeld herauszukommen ist schwer zu schaffen. Die Reichen in Deutschland können sich ihrer privilegierten Position immer sicherer sein. Wer hingegen arm ist, für den wird es schwieriger, aus der Armut herauszukommen. Das zeigt der WSI-Verteilungsbericht 2016.

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