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Wird Youtube gelöscht? Diesen Eindruck erwecken einige führende Youtuber mit ihrem Protest gegen Uploadfilter, die Kritiker des neuen EU-Urheberrechts erwarten. Millionen junge Zuschauer gehen auf die Barrikaden - aber ist das angebracht?

Seit dem Wochenende sind viele vor allem junge Youtube-Zuschauer in Aufruhr: Verschwindet Youtube in der Form, wie wir die Plattform kennen? So suggerieren es zumindest einige Youtuber. 

"In einigen Monaten werden fast alle Kanäle, die wir kennen, lieben und immer wieder gucken, gelöscht werden. Egal wie groß und beliebt, niemand wird übrig bleiben. Bis auf einige Kanäle von sehr großen Firmen."

Unter dem Hashtag #SaveYourInternet sind viele weitere Videos zu finden. Darunter das Video von LeFloid: "Uns droht die absolute Mediengleichschaltung", suggeriert er. "Bringen wir es auf den Punkt: Verhindert Artikel 13", ruft er darin auf und verlinkt eine Petition auf Change.org die innerhalb der letzten 48 Stunden 750.000 neue Unterschriften gesammelt hat. 

Aufgerufen zum Protest hat Youtube-Mutter Google. Konkret richtet sich der Protest gegen Artikel 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie der Europäischen Union. Kritiker bezeichnen diesen Artikel als den Uploadfilter-Artikel. Google schildert die möglichen Auswirkungen so:

"In der Praxis könnten Plattformen dann gezwungen sein, nur Inhalte von einer kleinen Anzahl großer Unternehmen zuzulassen, die ihren Programmen zur Freigabe von Urheberrechten entsprechen. Für Websites wäre es zu riskant, die Originalinhalte von kleineren Youtubern zu hosten, da die Websites nun direkt für diesen Inhalt verantwortlich wären."

Youtuber befürchten Medien-Mainstream

Google ruft die Youtuber und die Zuschauer auf, gegen diesen Artikel zu protestieren.

Geht es den Protestierenden wirklich um den geplanten Artikel 13 in der Urheberrechtsrichtlinie, oder lassen sie sich von der Panik anstecken, Google müsse sterben? Youtuber "MrWissen2go" versucht es mit Aufklärung und erklärt, warum Youtube 2019 nicht tot ist. 

Auch Youtuber müssen sich Kritik gefallen lassen: "Viele Youtuber reichen die Meinung von Google ohne eine Gegenstimme an ihrer Zuschauer weiter. Sie befürchten einen Medien-Mainstream, handeln aber selbst unreflektiert. Wer ein großes Publikum hat, hat auch eine große Verantwortung", sagt Daniel Fiene, Eine-Stunde-Was-mit-Medien-Moderator.

In dieser Ausgabe von Eine Stunde Was mit Medien schauen wir uns alle Seiten in dem Streit an.