Ganz verrückt: Kerstin Ruskowski hat mit ihrem Freund Urlaub in Deutschland gemacht. Mit Fahrrad und Bahn haben sie den Westen und Süden bereist. Im Vorfeld hatte Kerstin großen Horror vor der Kombi aus Fahrrad und Bahn - im Nachhinein hat es aber besser geklappt als gedacht. Ein bisschen was Planen muss man aber schon.

Seid ihr eher so die Urlaub-bis-ins-letzte-Detail-Durchplaner? Oder eher so die Spontanen? Eine Mischung aus beidem wäre gut - dann könnt ihr auch Urlaub machen, wie unsere Kollegin Kerstin Ruskowski. Die wollte nämlich CO2-arm Urlaub machen und gleichzeitig etwas von Deutschland - ihrem Heimatland - kennenlernen. Zusammen mit ihrem Freund ist sie durch den Westen und Süden des Landes gereist – und zwar mit dem Fahrrad und teilweise auch mit der Bahn.

Bahntickets spontan kaufen oft am Besten

Zehn Tage hatte das Paar Zeit für seine Reise – geplant waren fünf Bundesländer. Auf viel mehr festlegen wollten sich die beiden aber nicht. Kerstin Ruskowski hatte große Bedenken, ob das mit der Bahn und der Fahrradmitnahme gut klappen würde und war deshalb vorher beim Reisezentrum und hat sich erkundigt.

"Ich wollte wissen, ob es eine Art Interrail-Quer-durch-Deutschland-Ticket oder so was gibt, was sich für uns lohnen könnte."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova

Ein Rundum-Sorglos-Ticket für alle Tage mit Fahrradmitnahme gab es leider nicht. Kerstin hat herausgefunden, dass es in der Regel günstiger ist, sich spontan ein Ticket für die jeweilige Strecke zu besorgen und die 5,50 Euro für die Fahrrad-Tageskarte obendrauf zu zahlen. Das gilt im Übrigen nicht für alle Bundesländer - und das macht es ein bisschen kniffelig.

Verkehrsverbünde regeln Fahrradmitnahme individuell

Ihre Reise führte Kerstin und ihren Freund von Nordrhein-Westfalen, über Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg nach Bayern. Nicht in allen Bundesländern musste sie für das Fahrrad ein Extra-Ticket kaufen.

"In Rheinland-Pfalz zum Beispiel kannst Du Fahrräder immer kostenlos mitnehmen, in Baden-Württemberg oft auch, aber nicht immer."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova

Wie die Fahrradmitnahme in den jeweiligen Bundesländern geregelt ist, war ein Aspekt, um den sich die beiden auf ihrer Reise immer vor Ort kümmern mussten. Da gibt es nämlich keine bundesweit einheitliche Regelung, weil das von den Verkehrsverbünden individuell gehandhabt wird.

In manchen Bundesländern war es beispielsweise nur erlaubt, das Fahrrad außerhalb des Berufsverkehrs mitzunehmen. "Und wenn der Zug oder das Fahrradabteil voll ist, dann haste Pech gehabt und musst auf den nächsten warten und hoffen, dass in dem dann Platz ist", sagt Kerstin Ruskowski.

Einmal ist es Kerstin und ihrem Freund passiert, dass das Fahrradabteil voll war und sie nicht mit der Bahn fahren konnten – auf ihrem Weg von Sigmaringen mit dem Zug zum Bodensee. Da hatten sie aber Glück und konnten mit ihren Zugtickets einfach in einen Bus steigen, der für Fahrräder eine Halterung am Heck hatte.

Fahrradmitnahme über App checken

Wer auch Lust hat, sich mit Fahrrad und Zug fortzubewegen – hier ein Pro-Tipp von Kerstin: Ladet euch die App der Deutschen Bahn (DB Navigator) runter und klickt dann mal auf "weitere Optionen". Dort könnt ihr euch Verbindungen anzeigen lassen, auf denen ihr eure Fahrräder mitnehmen könnt. Alternativ lässt sich das aber auch im Reisezentrum oder am Ticketautomaten herausfinden.

Manchmal lohnt sich frühe Planung doch

Wer häufiger mal weite Strecken mit der Bahn fährt, weiß, dass sich frühe Planung lohnt. Dann gibt es die Tickets noch günstig. Frühbucherrabatte hätten Kerstin und ihrem Freund auf ihrer Reise nichts gebracht, sagt sie. Aber eine Ausnahme gab es dann doch – und zwar die Rückfahrt.

Da waren sich beide einig, dass sie am letzten Tag von Bayern aus schnell mit dem ICE oder IC nach Köln zurückfahren wollen. Diese Züge haben aber nur eine begrenzte Zahl von Fahrradstellplätzen, die man auch fest buchen muss. Und das hat Kerstin gemacht, fünf Wochen im Voraus – und sich dadurch auch einen günstigen Preis gesichert.