Daheim zu bleiben, statt zu verreisen, dafür gibt es viele gute Gründe: Ihr seid neu in der Stadt und wollt sie erkunden, ihr seid knapp bei Kasse oder lange Auto- und Flugtrips findet ihr unethisch. Wir haben Tipps für euch, wie ihr auch zuhause eine richtig schöne Ferienzeit verbringen könnt.

Ganz zuerst: Was ihr dringend vermeiden solltet, wenn ihr euren Urlaub zuhause verbringen wollt: an Arbeit zu denken - egal, ob es der Job ist oder die nächste Hausarbeit oder die anstehende Klausur.

Deswegen empfiehlt das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) in Düsseldorf, den Schreibtisch leer zu räumen. Und zwar so richtig konsequent: Auch beispielsweise Computer und Bildschirm sollt ihr demnach abbauen oder den Laptop verstauen, an dem ihr normalerweise arbeitet.

Arbeitszimmer auf Vor-Pandemie-Stand bringen

Vor allem seit der Corona-Pandemie gebe es in vielen Wohnungen Homeoffice-Arbeitsplätze, die es zuvor nicht gegeben hätte. Das Institut empfiehlt daher, den ursprünglichen Zustand des Zimmers wiederherzustellen, das nun als Arbeitszimmer genutzt wird.

Arbeits-Apps vom Screen verbannen

Auch Apps können uns an Arbeit erinnern. Die Apps, die wir für den Job nutzen, können wir unsichtbar schalten oder eine Zeit lang blockieren. Dafür könnt ihr spezielle Apps nutzen, die meisten Smartphones bieten diese Funktion aber auch in dem Menü an, das ihr nutzt, um den Home-Bildschirm zu bearbeiten.

"Urlaub Urlaub sein lassen! Keine Job-bezogenen Sachen verfolgen! Denn das hält uns unbewusst davon ab, abschalten zu können."
David Freches, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Tourist sein vor der eigenen Haustür

So weit, so gut: Arbeitszimmer clean, Handyscreen auch. Aber: "Urlaub zuhause, was nun? Was tun mit so viel freier Zeit?", fragt ihr euch vielleicht. Erkundet doch einfach eure eigene Stadt, so wie ihr es in anderen macht! Im Alltag kommt das ja meist zu kurz, es gibt Vieles zu entdecken.

Ihr könnt zum Beispiel an klassischen Führungen teilnehmen oder eine Stadtteilführung im eigenen Viertel machen, wenn ihr in einer Stadt wohnt. Da erfahrt Ihr bestimmt auch vor der eigenen Haustür noch Neues. Unser Reporter David Freches empfiehlt themenbezogene Führungen - zum Beispiel eine sogenannte soziale Stadttour, die in einigen größeren Städten angeboten wird.

Themenbezogene Führungen

Ehemals Obdachlose oder ehemals Suchtkranke ermöglichen uns dadurch, eine ganze neue Sicht auf die eigene Stadt zu bekommen. Und diese Touren kann auch helfen, mögliche Vorurteile, die wir vielleicht haben, zu überwinden. In Frankfurt gibt es solche Touren für 16 Euro, in Berlin beispielsweise für 17 Euro und in Dortmund und Bochum kann man sogar kostenlos daran teilnehmen.

Kleine Challenges einbauen

"Tipp von mir: Das Ausgehen abends mit Aufgaben verbinden."
David Freches, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Unser Reporter David Freches empfiehlt, sich selbst eine Aufgabe zu stellen, wenn wir abends ausgehen. Zum Beispiel nach der besten Cocktailbar, der Pizzeria mit der leckersten Pizza oder dem Café mit dem köstlichsten Cheesecake zu suchen. David hat bei dieser selbstgestellte Aufgabe eine Location entdeckt, von der er noch nie zuvor gehört hatte.

Urlaub planen, als ob ihr auf Reisen geht

So wie viele sich vor einer Urlaubsreise einen Plan machen, welche Gebäude und Sehenswürdigkeiten sie sich ansehen wollen, welche Touren sie machen und welche Restaurants sie besuchen wollen, solltet ihr es auch beim Urlaub zuhause machen, rät das ifaa. Das erspart euch, kurz bevor ihr das Haus verlässt, gestresst nach Optionen zu suchen, um dann möglicherweise enttäuscht zu werden, wenn ihr auf die Schnelle keine spannende Unternehmung findet.

Haushalt mit einplanen

Ein kleiner Nachteil des Urlaubs, den wir zuhause verbringen: Die Wäsche muss weiterhin gemacht und das Geschirr gespült werden. Aber Planung hilft auch hier gegen Frust, sagt Deutschandfunk-Nova-Reporter David Freches - überlegt euch vorab, wann ihr einen Ausflug machen wollt und plant etwa Ausschlaftage mit ein.

Vorfreude ist wie ein kleiner Vorab-Urlaub

Oder wir können uns überlegen, wann wir einen Ausflug machen wollen, wann wir uns Zeit nehmen, um mal richtig auszuschlafen. Und das hat noch einen Vorteil: Vorfreude! Auch die kann maßgeblich zu unserem Wohlbefinden beitragen!

Aber: Nicht zu viel vornehmen

Planen ist gut, aber nicht zu viel: Wer eine lange To-do-Liste mit zig Unternehmungen erstellt hat, sollte gut darauf achten, sich nicht zu viel vorzunehmen. Denn Urlaub soll ja auch Entspannung bringen und nicht in Freizeitstress ausarten.