Netten Freunden und Verwandten bringt ihr ja schon ab und zu mal was mit aus dem Urlaub, oder? Ein Mitbringsel, über das sie sich wenig freuen dürften, ist Xylella fastidiosa, ein Bakterium, das Pflanzen vertrocknen lässt.

Es findet seinen Weg zu euch vielleicht auf einem Olivenbäumchen aus Italien. Oder in Kräutern aus Südfrankreich. Ganz unsichtbar. Doch Xylella fastidiosa, auch Feuerbakterium genannt, ist für mehr als 300 Pflanzenarten gefährlich bis tödlich. Deswegen hat sich jetzt eine deutsche Behörde eingeschaltet.

"Der Pflanzenschutzdienst in Rostock warnt davor, Pflanzen aus dem Urlaub in Südeuropa mitzubringen."
Peter Neuhaus, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Xylella fastidiosa siedelt sich im Leitgewebe von Pflanzen an und macht da sozusagen dicht. Es bildet Schleimschichten aus, die verhindern, dass genügend Wasser oder auch Nährstoffe durchkommen. Die Folge: Pflanzenteile vertrocknen und sterben ab. Im schlimmsten Fall trifft es die ganze Pflanze.

Wenn Xylella einmal da ist, wird es unangenehm

Laut Pflanzenschutzdienst müssen alle verdächtigen Pflanzen im Umkreis von hundert Metern ohne Ausnahme vernichtet werden – sobald auch nur Einzelpflanzen infiziert sind. Außerdem muss dann eine Zehn-Kilometer-Pufferzone errichtet werden, die amtlich überwacht wird.

"Das Bakterium kommt ursprünglich aus Nord- und Südamerika. Den ersten Fall in Europa gab es 2013 in Apulien in Süd-Italien."
Peter Neuhaus, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Wie Xylella fastidiosa dahin gekommen ist, weiß man nicht genau, vielleicht über Kaffeepflanzen aus Zentralamerika. Das Bakterium hat in Apulien auf jeden Fall ziemlich viel Schaden angerichtet: Es hat uralte Olivenbäume getötet. Tausende Bäume wurden vorsorglich gefällt, um die Ausbreitung einzudämmen.

Tückisches Ding

Übertragen wird der Erreger durch Insekten. Befallenen Pflanzen sieht man zunächst gar nicht an, dass sie infiziert sind. Eine Ausbreitung kann also länger unbemerkt bleiben.

"Bisher gibt es auch kein Pflanzenschutzmittel, mit dem man das Bakterium bekämpfen könnte."
Peter Neuhaus, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Welche Schäden das Feuerbakterium in Deutschland anrichten könnte, kommt darauf an, ob und welche Unterart sich verbreitet. In Kalifornien ist das Bakterium vor allem als Schädling im Weinbau gefürchtet. Das wäre natürlich auch für den Weinbau in Deutschland eine Katastrophe. Der Erreger in Italien ist aber zum Beispiel für Weintrauben oder auch Zitrusfrüchte ungefährlich.