Nach den US-Demokraten halten jetzt die Republikaner ihren Parteitag ab. Die Botschaft von Donald Trump, als auch die der Rednerinnen und Redner, ist schon vorher klar: Trump möchte sich als besonders starken Präsidenten inszenieren, um die USA vor Chaos zu schützen.

Wenn am Montagabend in den USA der Parteitag der Republikaner beginnt, ist der Name "Trump" Programm. Der US-Präsident plant nicht nur, selbst jeden Tag an der Wahlveranstaltung teilzunehmen, auch fünf seiner Familienmitglieder sollen Reden halten: Neben seinen Kindern Ivanka, Donald Trump Junior, Eric und Tiffany auch Ehefrau Melania.

Denn die Botschaft der nächsten Tage ist eindeutig: Trump möchte als der starke Mann im Weißen Haus in den Wahlkampf ziehen, erklärt Politologin Cathryn Clüver-Ashbrook von der Harvard Kennedy School. Zuvor hat er seinen Anhängerinnen und Anhängern in einer Rede schon erklärt, er sei der Einzige, der zwischen dem American Dream und totaler Anarchie stehe.

Demokraten bringen den Sozialismus

Zu Letzterem würde es Trumps Ansicht nach kommen, wenn Joe Biden und damit die US-Demokraten die Präsidentschaft übernehmen, so die Botschaft. Mit ihnen würde laut Donald Trump der Sozialismus in die USA einziehen, vor dem er sein Wahlvolk schützen wolle.

An jedem Abend des republikanischen Parteitags sollen daher Personen aus Venezuela oder Kuba – beides sozialistisch geprägte Länder – zu den Wählerinnen und Wählern Trumps sprechen und sie warnen. Damit sollen sie sein Hauptargument, die Angst vor einem nahenden Sozialismus, unterstreichen. Gleichzeitig kann er das Szenario eines Landes voller Chaos nutzen, um seine Law-and-Order-Politik zu verteidigen.

Trump gegen alles Übel

Enden soll der Parteitag am Donnerstag (27.08.2020) mit der offiziellen Nominierung Donald Trumps als republikanischer Präsidentschaftskandidat im Rosengarten des Weißen Hauses, wahrscheinlich vor Publikum.

Für Donald Trump ist die Rede im Weißen Haus ebenfalls eine Demonstration seiner Stärke, so die Politologin, für viele Amerikanerinnen und Amerikaner bricht er damit hingegen ein Tabu.

"Die Rede im Rosengarten vor Publikum soll schon mal zeigen, dass sich dieser Präsident in Anführungszeichen 'nicht versteckt'."
Cathryn Clüver-Ashbrook, Politologin an der Harvard Kennedy School

Denn: Staatliche Einrichtungen für Wahlkampfveranstaltungen zu nutzen, ist in den USA seit Ende der 1920-er Jahre untersagt. Hält Donald Trump seine Nominierungsrede also als Kandidat der republikanischen Partei im Weißen Haus, überschreitet er damit eine Grenze – erneut.

"Es ist genau das, was sich viele Amerikaner immer wieder fragen: Wie kann es sein, dass dieser Präsident nicht nur Normen, aber eben auch Tabus und Gesetze bricht und ihm nicht wirklich Einhalt geboten wird – weder von der Justiz noch vom Kongress oder von anderen Institutionen", sagt Cathryn Clüver-Ashbrook.

Für die Politologin macht das Programm des Parteitags vor allem eines deutlich: Die Republikanische Partei ist mittlerweile zur Trump-Partei geworden. Die beiden seien untrennbar, erklärt sie.