Donald Trump oder Joe Biden? Die Auszählung der Stimmen in den USA dauert an, denn einen eindeutigen Gewinner gibt es nicht. Ein gemischtes Lagebild vor dem Ergebnis der Wahlen in den USA.

Rund 257 Millionen Wahlberechtigte waren in den USA zur Abstimmung aufgerufen. Zur Wahl standen die Präsidentschaft, Teile des Senats und die Abgeordneten im Repräsentantenhaus. Die Stimmen werden noch ausgezählt. Bei der Präsidentschaftswahl hat der demokratische Kandidat Joe Biden bislang einen Vorsprung bei den sicheren Wahlmännerstimmen. Die Stimmen von 98 Wahlleuten stehen noch aus (Stand 04.11.2020; 19:00 Uhr).

Die folgene Grafik zeigt den Verlauf der Auszählung:

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Doch der Republikaner Donald Trump hat sich bereits zum Wahlsieger erklärt, wie es die Politologin Cathryn Clüver Ashbrook und eine Reihe von Beobachtenden bereits vor der Wahl vermutet hatten. Das Vorgehen des amtierenden Präsidenten habe Coup-ähnliche Züge, sagte Cathryn Clüver Ashbrook.

Joe Biden hat bereits Donald Trumps Verfahren beispiellos, empörend und falsch genannt. Unser USA-Korrespondent Thilo Kößler sagt, die Anhängerinnen und Anhänger des Präsidenten folgten ihm blindlings. Trump habe insofern ihre Erwartungen erfüllt, weil es nicht zu einem Erdrutschsieg für Joe Biden gekommen sei. Vielmehr wüssten Republikaner nun: "Man geht bei Wahlen mit Donald Trump zumindest nicht unter."

"Das sind Parallelwelten, die sich ausgeprägt haben."
Thilo Kößler, Dlf-Korrespondent für die USA, über Donald Trumps Anhängerschaft

Der Republikaner Ralph Freund geht noch weiter: Von Donald Trump lasse sich grundsätzlich lernen, Wahlen zu gewinnen. Er möchte aber das Wahlergebnis noch abwarten. Ralph Freund ist Vizepräsident und Sprecher der Republicans Overseas Germany. Eigentlich teilt er republikanische Ziele, wünscht sich von Donald Trump gelegentlich moderatere Töne und bemerkt, dass der Auftritt des Präsidenten ihm oft fremd sei.

Ralph Freund, Vizepräsident und Sprecher der Republicans Overseas Germany
"Es müssten schon viel passieren, dass Präsident Trump jetzt noch verlieren sollte."

Die Demokratin Anya Leonhard rechnet bis Freitag, den 06.11.2020, mit einem belastbaren Ergebnis - eine Einschätzung, die eine Vielzahl von Beobachtenden teilen. Anya Leonhard engagiert sich bei den Democrats Abroad und studiert in Leipzig. Sie weist darauf hin, dass Joe Biden schon jetzt mehr Wahlstimmen auf sich vereinigt als Donald Trump. Das Wahlverfahren in den USA mit dem Electoral College, also den 538 Wahlleuten, bevorzuge eben die Republikanische Partei.

Auch sie weist auf die erstaunlich loyale Wählerschaft Donald Trumps hin. Sie ist insofern glücklich mit dem Wahlverlauf, als sich die Zahl der Stimmen aus dem Ausland verdreifacht habe.

Anya Leonhard, Democrats Abroad
"Ich habe schon noch ein bisschen Hoffnung und meine Verzweiflung aufgeschoben."