Mit Hillary Clinton könnte zum ersten Mal eine Frau US-Präsidentin werden. Doch gerade viele junge Wählerinnen unterstützen ihren demokratischen Konkurrenten Bernie Sanders.

Viele sahen sie schon sicher als die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten im nächsten US-Wahlkampf um den Einzug ins Weiße Haus: Für Hillary Clinton schien alles nach Plan zu laufen. Doch dann kam Bernie Sanders. In Umfragen hat Hillary Clintons Gegenkandidat bei den Vorwahlen der Demokraten gerade die Nase vorn - und zwar ausgerechnet bei auch und vor allem bei jungen Wählerinnen.

Die Jungen stehen eher auf Bernie

Junge Frauen, die einen alten, weißen Mann einer Frau vorziehen? Julia Korbik findet das gar nicht mal so seltsam: "Bernie Sanders ist generell bei jungen Wählern erfolgreich", sagt die Journalistin und Autorin des Buches "Stand Up! Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene".

Zum einen stehe der relativ unbekannte Bernie Sanders für Wandel, während Hillary Clinton als Ehefrau von Ex-US-Präsident Bill Clinton doch sehr stark das alte politische Establishment verkörpere. Zum anderen "setzt sich Bernie Sanders schon lange für Frauenrechte und auch für die gleichgeschlechtliche Ehe ein", erklärt Julia Korbik, "da hat sich Hillary Clinton eher zurückgehalten."

"Die jüngeren Anhängerinnen von Bernie Sanders sind eben nicht bereit, ihre Überzeugungen aufzugeben - nur um eine Frau zu wählen."
Julia Korbik, Journalistin und Feministin

Aber was ist mit der historischen Chance, eine Frau ins Weiße Haus zu wählen? Dieses Argument sei eher älteren Wählerinnen wichtig, sagt Julia Korbik. "Hillary Clinton hat immer noch viel Unterstützung bei älteren Frauen, die sich sagen: Wenn Hillary Clinton jetzt nicht Präsidentin wird, werde ich in meinem Leben wohl keine andere Frau im Weißen Haus mehr erleben." Jüngere Wählerinnen dagegen wüssten, dass sie noch etwas Zeit haben - und wollten deshalb ihre politischen Überzeugungen nicht opfern, nur um eine Frau zu wählen.