30 Musiker wollen den Protestsong wieder aufleben lassen: um Trump eins auszuwischen. Bis zur Wahl gibt es jeden Tag einen Song. Und eine Band erhebt sich dafür sogar aus ihrem Bandgrab.

Es ist nicht nur der Weltverbesserer-Gedanke, der die Musiker antreibt, bei der Aktion "30 Days - 30 Songs" mitzumachen. Einige sind auch sauer darüber, dass ihre Songs bei Wahlveranstaltungen der Republikaner verwendet werden. Und so hatte Autor David Eggers die Idee zu dem musikalischen Protestcountdown nach einer Trumpschen Wahlveranstaltung. Seine Idee: Mit neuer Musik etwas bewegen - gegen Trump.

Wut, Witz, ernste Töne

"Geschrieben und aufgenommen von Künstlern für ein Trump-freies Amerika", lautet der eindeutige Untertitel der Aktion. 30 Künstler machen mit. Bis zur Wahl am 8. November wird jeden Tag ein neuer Song veröffentlicht. Über alle Genres hinweg - Indie-Pioniere, Songwriter-Newcomer, Folk-Größen. Die meisten der Songs wurden Trump direkt auf den Leib geschrieben, andere ältere Songs passten so gut, dass es schon fast unheimlich ist.

Death Cab for Cutie - Verwöhnter Boy Trump

Den ersten Song überhaupt hat Ben Gibbard von Death Cab for Cutie beigesteuert. Und er nimmt sich Trumps erzählte Legende vor, nach der er mit einer geliehenen Million von seinem Vater sein Business startete. Auf diesem Daddy-Kredit reitet Gibbard schön zynisch herum. Schließlich präsentiert Trump sich am liebsten als Selfmademan.

Quasi als Qualitätsiegel findet sich unter dem Video auch noch Trumps Statement dazu: "Well like I said I haven't heard it but you know, it's terrible. Everyone is saying this."

Franz Ferdinand, Aimee Mann, EL VY - Penisschmuck für Wale

Folk-Sängerin Aimee Mann geht das Ganze etwas humorvoller an und schlüpft einfach mal in Trumps Rolle. Ihre Vermutung: Eigentlich will er den Präsidentenjob gar nicht. Und Matt Berningers El VY dreht noch deutlich mehr am Ulk-Rädchen. Sie sagen in "Are These My Jets" gehe es um Penisschmuck für Wale. Es lässt sich aber auch als innerer Monolog von Donald Trump lesen.

Weniger Interpretations-Spielraum gibt es beim Beitrag von Franz Ferdinand.

Auch der Song ist brandneu. Knapp zwei Wochen, nachdem das "30 Songs"-Projekt angekündigt wurde, war der "Demagoge" der Schotten fertig. Eine kleine Auflage davon wird auch verkauft, der Erlös an die Organisation The Center for popular Democracy gespendet.

REM - "Ein perfekter Song für diese seltsame Zeit"

Sogar eine eigentlich tot erklärte Band steigt aus Trump-Frust noch einmal aus ihrem imaginären Band-Grab aus: REM. Sie haben für den Zweck ihren Song "World Leader Pretend" aus dem Jahr 1988 hervorgekramt. Mit viel militärischem Vokabular beschreiben sie, dass jemand so tut, als wär er Führer der Welt. "Ein perfekter Song für diese seltsame Zeit" sagen sie.

Schon vor einem guten Jahr hat sich REM Bassist Mike Mills schon einmal gegen Trump gestellt. Nachdem ein Song von ihnen bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner - ohne deren Zustimmung - benutzt wurde, ließ die Band via Twitter verlauten: "Fickt euch...Benutzt nicht unsere Musik für eure debile Farce von Kampagne."

Etwas mehr als ein Drittel der Songs ist jetzt schon draußen - und wir sind ziemlich sicher, dass es in diesem Countdown mit politischer Haltung noch ein paar Überraschungen geben wird. Dran bleiben und einfach die Spotify-Playlist dazu abonnieren.