US-Präsident Donald Trump profiliert sich als Rassist – mal wieder. Jetzt attackiert er vier US-Demokratinnen auf Twitter und im Wahlkampf. Die Journalistin Alice Hasters erklärt, was er sich davon verspricht.

Das US-Repräsentantenhaus hat die jüngsten rassistischen Tweets von US-Präsident Donald Trump als solche benannt und verurteilt. Am 14. Juli hatte er bei dem Microbloggingdienst progressive, demokratische, weibliche Kongressabgeordnete – sie sind alle amerikanische Staatsbürgerinnen – implizit dazu aufgefordert, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren.

Er richtete sich damit an die vier demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina griff Trump die vier Politikerinnen namentlich und einzeln an. Die Menge skandierte dann in Bezug auf Ilhan Omar: "Send her back! Send her back!"

Ignoranz ist keine Lösung

Alice Hasters ist Journalistin und Autorin. Sie identifiziert Trumps rassistische Äußerungen als Wahlkampfstrategie. Er wolle damit von Fehlern seiner Regierung ablenken. Als Beispiel nennt sie die Zustände in Flüchtlingslagern an der mexikanischen Grenze – sie werden auch von den UN als menschenunwürdig kritisiert. Seine Äußerungen zu ignorieren, sei weder für Journalisten noch Privatpersonen der richtige Weg, dafür sei der US-Präsident zu mächtig. Richtig sei hingegen Trumps Äußerungen als Gaslighting einzuordnen.

"Was Donald Trump macht, das nennt sich Gaslighting. Das zielt darauf ab, marginalisierte Menschen in einem ständigen Zustand der Rechtfertigung zu halten."

Sie ruft dazu auf, an erster Stelle zu benennen, warum Trump sich jetzt rassistisch äußert. Wer nun in die Details einsteige, erkläre wo jede einzelne der Politikerinnen geboren sei, sich also detailliert mit der Unterstellung beschäftige, sie seien keine vollwertigen amerikanischen Staatsbürgerinnen, spiele dem Rassismus nur in die Hände. Wer das tue, lasse sich darauf ein, die betroffenen Politikerinnen zu entwerten.

"Wenn wir diese Aussagen thematisieren, ist es ganz wichtig darüber zu sprechen, warum Trump diese Aussagen trifft."