Am 20. April jährt sich zum zwanzigsten Mal die Schießerei in der Columbine High School, bei der 12 Schüler und ein Lehrer ums Leben kamen. Seit dieser Zeit gehört Gewalt zum Alltag an US-Schulen.

Am Wochenende wird die Gedenkfeier für die Opfer des Massakers an der Columbine High School in Littleton im Bundesstaat Colorado stattfinden. Doch wieder wird das Gedenken gestört durch Drohungen, die an mehreren Schulen in Denver gerichtet sind. Jedes Jahr komme es vermehrt zu Androhungen von Gewalt rund um den Jahrestag, sagt ARD-Korrespondentin in Washington, Martina Buttler.

"Rund um den Jahrestag ist es üblich, dass immer wieder vermehrt zu solchen Bedrohungen kommt."
Martina Buttler, ARD-Korrespondentin in Washington

Die Drohungen gingen von einer 18-Jährigen aus, die aus Miami stamme, mit dem Flugzeug in Colorado gelandet sei und sich Munition gekauft habe. Sie verehre die Attentäter von damals. Sie sei von dem Massaker besessen. Aber nicht nur an Schulen haben solche Schießereien zugenommen, auch in Kirchen oder bei Festivals wie in Las Vegas komme es zu derartigen Massakern.

"Es ist etwas, was wir vermehrt sehen und, so traurig es klingt, keine Überraschung mehr ist, wenn es zu einem solchen Attentat kommt und Menschen in Schulen erschossen werden, da es so häufig vorkommt."
Martina Buttler, ARD-Korrespondentin in Washington

Allerdings haben Sicherheitskräfte, Polizei, Feuerwehr und Ärzte aus der Schießerei an der Columbine High School gelernt. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr und Ärzten habe sich seitdem grundlegend verändert. Damals wäre das Vorgehen unkoordiniert, chaotisch und somit oft auch gefährlich gewesen.

Polizei und Einsatzkräfte besser vorbereitet

Heute sei die Taktik anders: Polizei und Sicherheitskräfte sollten immer der Gefahr entgegengehen und den Täter stellen. Deswegen verliefen Schießereien an Schulen kürzer. Auch wenn eine Schießerei trotzdem verheerende Folgen haben könne, wenn die Täter Schnellfeuerwaffen einsetzten.

Außerdem finden an den Schulen regelmäßige Übungen statt, mit denen sich Schüler und Lehrer auf den Ernstfall vorbereiten. Eine ehemalige Schülerin der Columbine High School sei heute selber Lehrerin und überrascht, wie wenig Lehrer auf einen solchen Notfall vorbereitet seien. Sie habe an ihrer Schule dafür gesorgt, dass die Lehrer besser auf einen solchen Extremfall reagieren.