Das mit der Globalisierung wird schon und Amerika ist nach wie vor stark: In seiner letzten Rede zur Lage der Nation als US-Präsident gibt sich Barack Obama optimistisch. Er zeigt beides - den Idealisten vom Beginn seiner Amtszeit und den Realisten von heute.

Barack Obamas letzte Rede zur Lage der Nation war anders. Früher waren diese Reden oft Auflistungen der gesetzgeberischen Agenda des US-Präsidenten für das kommende Jahr. Nun habe "das große Ganze mehr im Vordergrund gestanden", berichtet USA-Korrespondent Marcus Pindur.

"Der Anspruch war ein anderer. Das war spürbar."
Korrespondent Marcus Pindur über Obamas letzte große Rede

Eines der wichtigsten Themen, die der US-Präsident angesprochen hat: die Auswirkungen der Globalisierung, die Menschen überall auf der Welt zu spüren bekommen. Diesen Wandel - so Barack Obama - dürfe und könne man nicht ablehnen, die Bürger und Bürgerinnen der USA müssten ihn vielmehr annehmen und positiv gestalten: "Eine sehr amerikanische Botschaft", kommentiert Marcus Pindur. Als wichtigstes Hilfsmittel zur Gestaltung dieses gesellschaftlichen Wandels hob Barack Obama den lebenslangen Zugang aller Bürger zu Bildung hervor.

​Eigenlob - aber auch etwas Selbstkritik

Auch der Hinweis auf die eigenen Leistungen durfte in der Rede nicht fehlen: So betonte Barack Obama, dass die USA trotz aller Probleme nach wie vor zu den weltweit führenden Volkswirtschaften gehörten, dass es während seiner Amtszeit deutliche Fortschritte in Sachen erneuerbare Energien gegeben habe und vor allem - 17 Millionen Menschen hätten dank seiner Gesundheitsreform eine Krankenversicherung, die sie vorher nicht hatten.

Vom Idealisten zum Realisten

Gegen Ende der Rede gab es noch etwas Selbstkritik: Die Spaltung der politischen Lager in Washington habe stark zugenommen. "Damit hat Barack Obama einen großen Bogen geschlagen", sagt USA-Korrespondent Marcus Pindur - vom idealistischen Obama zum "realitätsgestählten" US-Präsidenten, der er heute ist. Bis zum Ende seiner Amtszeit werde Barack Obama nach Einschätzung von Marcus Pindur vor allem noch Veränderungen an der Waffengesetzgebung vorantreiben. Allzu viel könne er ohne den Kongress dabei nicht verändern, "aber er kann und will im Alleingang sogenannte Background-Checks für Waffen-Käufer durchsetzen."