Hollywood-Stars werden auch in Deutschland frenetisch gefeiert. Wir nutzen Facebook und Google - Unternehmen und Technologie made in USA. Dazu gehört aber auch der amerikanische Datenschutz. Mit dem sind wir so gar nicht einverstanden. Nur ein Beispiel für unser ambivalentes Verhältnis zu Amerika.

Kaugummi, Jazz und Demokratie - die Amerikaner hatten nach dem Zweiten Weltkrieg so einiges im Gepäck, was die Deutschen ins Staunen versetzte. Von Freundschaft war da noch nicht die Rede. Eher Neugier. Aber die Freundschaft ließ nicht lange auf sich warten. Spätestens als die Amerikaner im Sommer 1948 das von Sowjets besetzte Westberlin via Luftbrücke mit Lebensmitteln versorgte, war die deutsch-amerikanische Freundschaft geboren.

Dann kamen die 50er und 60er Jahre und mit ihnen der Rock'n'Roll, Petticoats und Präsident John F. Kennedy. Der American Way of Life hat viele Deutsche fasziniert und begeistert. Zumindest in der jüngeren Bevölkerung. Dann der Schock: als Kennedy am 22. November 1963 von einem Attentäter erschossen wird, fließen auch in Deutschland Tränen.

Kritik am Krieg

Zur gleichen Zeit mehrten sich aber auch die kritischen Stimmen. Vor allem das Vorgehen der Amerikaner im Vietnamkrieg hat dazu geführt, dass es in Deutschland ab 1968 zu zahlreichen Protesten kam. Eine erste Welle von Anitamerikanismus. Zumindest aus deutscher Sicht. Denn auch in den USA selber war der Vietnamkrieg durchaus umstritten.

Die kritische Auseinandersetzung mit dem mächtigen Freund vom anderen Kontinent hat dem Verhältnis eine paradoxe Komponente hinzugefügt. Jeans, Cola und Musik aus den USA waren hip. Genau so hip aber war der Revolutionär und damalige Präsident von Vietnam Ho Chi Minh. Seitdem befindet sich das Deutsch-Amerikanische Verhältnis in einem ständigen Auf und Ab.