Die Kunst hat Netzanschluss. Heißt das, dass jeder User auch ein Künstler ist? Eine Diskussion um Kunst und künstlerische Positionen, um Teilhabe und Geldströme.

Im Digitalen Salon diskutierten am 28. Januar 2015 zum Thema "User-generated Art" Susanne von Falkenhausen, Kolja Reichert und Sebastian Schmieg. Reichert ist Kunstkritiker, er schreibt unter anderem für den Tagesspiegel, die Zeit und Kunstmagazine. Er schildert Kunst so, dass auch weniger Kunst-geübte einen Zugang dazu finden. Was ihm die Kunst sagt, können seine Leser gut nachvollziehen. Auch weil Reichert eher auf Überlegungen setzt, weniger auf Geschmacksfragen.

"Post-Internet-Art. Dieser Begriff ist wie ein Hashtag. Vielleicht sollten wir mit größerem historischen Abstand nochmal drüber reden."
Kolja Reichert, Kunstkritiker

Susanne von Falkenhausen lehrt Neuere Kunstgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie sagt über sich, sie sei prä-digital sozialisiert mit mühsam angelernter Mail- und Internet-Praxis. Aber das ist nicht der einzige Grund dafür, dass ihr Post-Internet-Art nicht zusagt. Ihre Kritik daran lässt sich in vier Worten zusammenfassen: "Too much too fast."

"Die Verwertung dieser Kunst muss ja auch stattfinden, denn die Leute wollen ja von etwas leben. Letztlich wollen sie eben doch auch ins Museum."
Susanne von Falkenhausen, Kunsthistorikerin

Sebastian Schmieg ist Programmierer und Künstler. Er arbeitet an der Schnittstelle zwischen Netz und Kunst. Er schaut sich die Netzanwendungen, die uns umgeben, genau an. Googles Bildersuche, Abwesenheitsbenachrichtigungen per Mail, Kaufempfehlungen auf Amazon, e-Reader und so weiter. Er will mit seiner Arbeit hinter die Algorithmen blicken und verstehen, wie diese unseren Alltag prägen.

"Für mich ist das Internet immer noch ein Medium, das man ganz klar bearbeiten und untersuchen muss."
Sebastian Schmieg, Künstler und Programmierer

Damit saß eine hochkarätige Mischung auf dem Podium. Unter den Diskutanten und im Publikum war eine derartige Konzentration zu spüren, wenn wir eine Glühbirne reingehalten hätten, hätte diese geleuchtet. So viel Energie war da unterwegs.

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