Unser Reporter Christian Schmitt stellt sich die Frage, wie unsere Welt aussehen würde, wenn es keine Feindbilder geben würden.

Morgens auf dem Weg zur Arbeit, die Kollegen, die Kassiererin an der Kasse: nur nette Menschen. Was für eine Vorstellung. Es gibt tatsächlich solche Utopien vom Leben in Frieden. Wichtiger Bestandteil: Alle sind gleich. Aber könnte das wirklich funktionieren?

Ein bisschen langweilig

Da ist ja auch noch die Sache mit der Evolutionstheorie. Die basiert grundlegend auf Ungleichheit, auf besser angepasst, besser vor dem Feind versteckt, mehr Erfolg bei der Fortpflanzung gehabt. Sehr vereinfacht bedeutet das die Einteilung in gut und schlecht. Vielleicht brauchen wir auch eine gewisse Rivalität, um weiterzukommen, um angespornt zu werden, uns weiterzuentwickeln. Aber wo ist die Grenze zwischen Rivalität und Feindschaft? Feststeht: Die Welt ohne Feindbilder bleibt eine Utopie. Und ein bisschen langweilig ist sie auch.