Das Zentrum für politische Schönheit spielt mit unserer Vorstellungskraft. Ist es wirklich möglich, eine Brücke zwischen Tunesien und Sizilien zu bauen?

Sie haben Flüchtlinge nach Berlin transportiert und in Berlin beerdigt. Symbolisch natürlich. Und trotzdem hat die Aktion des Zentrum für politische Schönheit für ordentlich Aufregung gesorgt. Und das ist genau das, was das Künstlerkollektiv möchte. Aufwühlen, mit Grenzen spielen. Ganz aktuell mit den Grenzen in Europa - den realen wie den in den Köpfen.

Heute sollte ihr aktuelles Projekt starten: eine Brücke zwischen Nordafrika und Europa. Erster Schritt: Rettungsinseln im Mittelmeer. Kleine schwimmende Plastikkonstrukte auf denen Nahrung und Wasser deponiert sind. Ein Teil Utopie, der durchaus Realität werden könnte.

Utopie ist eine Waffe. Übermorgen tritt sie in den Orbit der Realität ein! Jetzt mithelfen: http://t.co/74IspUrpcR pic.twitter.com/IsYOyVxNil

— Politische Schönheit (@politicalbeauty) 29. September 2015

Spiel mit dem Vorstellbaren

Leopold Bährenthal* ist Teil des Künstlerkollektivs. Für ihn ist das Projekt "Brücke nach Europa" weit mehr als eine Utopie. Und so, wie er darüber spricht, könnte man wirklich glauben, dass 2017 mit der Unterstützung Österreichs eine solche Brücke gebaut wird. Trotzdem bleiben natürlich Fragen offen. Zum Beispiel warum ausgerechnet Österreich ein Interesse daran haben sollte, Flüchtlingen eine sichere Überquerung des Mittelmeeres zu ermöglichen. Und wie eine Brücke helfen soll, die erst 2030 fertig gestellt werden könnte.

"Wir unterschätzen glaube ich alle die Möglichkeiten der modernen Wirtschaft und des modernen Ingenieurwesens."
Leonard Bährenthal vom Zentrum für politische Schönheit

Es ist ein Spiel mit dem Vorstellbaren und Machbaren. Und eine Erinnerung an die Großen der Wirtschaft, Worten auch Taten folgen zu lassen. So zitiert Leopold Bährenthal zum Beispiel Thomas Birtel, den CEO des Baukonzerns Strabag mit folgenden Worten:

"Unsere bedeutendste Aufgabe ist es, unsere wirtschaftliche Handlungsstärke so wie die Möglichkeiten des modernen Ingenieurwesens in den Dienst der Humanität zu stellen."
Leopold Bährenthal zitiert Strabag-CEO Dr. Thomas Birtel

Für heute (01.10.2015) war der erste Schritt der Aktion "Brücke für Europa" - das Platzieren einer ersten Rettungsinsel im Mittelmeer. Dieses Vorhaben musste, laut Leonhard Bährenthal, allerdings kurzfristig abgesagt und auf Sonntag verschoben werden. Eine Unwetterwarnung für das Mittelmeer verhindert das Auslaufen des Schiffs.