"Valiant Hearts" ist alles andere als ein Ballerspiel, eher ein Anti-Kriegsspiel. Die Spieler werden über Rätselaufgaben und das Suchen von Gegenständen in die Geschichte des Ersten Weltkriegs hineingezogen. Dabei erzählt das Spiel die Schrecken des Krieges und persönliche Schicksale anhand von vier Figuren.

Das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 löst eine folgenschwere Krise in Europa aus. Vier Wochen später - am 28. Juli 1914 - erklärt Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, der sich über ganz Europa ausbreitet. Insgesamt beteiligen sich 40 Staaten am Ersten Weltkrieg - mit verheerenden Folgen für Soldaten und die Zivilbevölkerung.

Persönliche Schicksale

Vier Spielfiguren ziehen die Geschichte des Kriegs auf eine emotionale Ebene: Der französische Bauer Emile wird eingezogen und muss seine Tochter und seinen Enkel allein zurücklassen. Denn sein Schwiegersohn Karl ist Deutscher und muss für die Deutschen in den Krieg ziehen. Die dritte Figur ist Freddie, ein Amerikaner, der in Frankreich lebt und sich zu Kriegsbeginn freiwillig zur Fremdenlegion meldet. Und als vierte Figur kommt Anna, die belgische Krankenschwester, ins Spiel.

Großer Unterhaltungswert

Weil "Valiant Hearts" ein Spiel ist, will es auch unterhalten. Auf komische oder skurrile Szenen folgen direkt Szenen von der Front, aus den Schützengräben. Derartige emotionale Brüche setzen die Sinnlosigkeit von Krieg und die Schicksale der einzelnen Menschen einfühlsam in Szene. Für unseren Autoren Tobias Wienke liegt darin die Stärke des Spiels: Der Spieler will unbedingt erfahren, wie die einzelnen Geschichten der Figuren ausgehen.

Erlebbare Geschichte

Nebenbei erfährt der Spieler einiges über die Geschichte des Ersten Weltkriegs, auch wenn die spielbedingt recht verkürzt dargestellt wird. Dennoch kann sich der Geschichtslehrer Matthias Herbers vorstellen, das Spiel für den Geschichtsunterricht in der Oberstufe einzusetzen. Schließlich wird durch das Spiel Geschichte erlebbar, was das Medium Buch nicht leisten kann.

Prädikat: empfehlenswert

Das Fazit von Tobias Wienke: Absolut empfehlenswert, denn die Darstellung der Schicksale und der Wahnsinn der unmenschlichen Tötungsmaschinerie, aber auch der Hoffnungen und Lichtblicke in einer schwierigen Zeit sind das, was das Spiel auszeichnet.