Wer auf tierische Milch verzichten will, findet im Supermarkt eine große Auswahl an pflanzlichen Milchersatzprodukten. Wir haben uns Reis-, Mandel-, Soja- und Hafermilch genauer angeschaut - und nachgeschmeckt.

Dass die Ersatzprodukte generell ungesünder seien als tierische Milch, lässt sich nicht behaupten, sagen die Verbraucherzentralen. Hier kommt es auf die Zusatzstoffe an, welche Nahrungsergänzungs- oder Verdickungsmittel enthalten sind und natürlich wie hoch der Anteil von Zucker und Süßungsmitteln ist.

Kalorien und Eiweiß

Beim Blick auf die Inhaltsstoffe der pflanzlichen Milchprodukte zeigt sich, dass sie zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Überraschend ist das allerdings nicht - denn auch die Kuhmilch besteht zu knapp 90 Prozent aus Wasser. Auch auf Nährstoffe verzichten die Ersatzprodukte nicht: Kalzium, Eiweiß- und Vitamin B12 werden künstlich zugesetzt. Abgesehen von der Sojamilch haben die anderen Produkte zwar einen geringeren Eiweiß-Anteil als Kuhmilch, gleichzeitig sind Reis-, Soja, Mandel- und Hafermilch aber auch kalorienärmer.

Beispiele von Milchersatzprodukten im Glas: Soja, Mandel, Reis und Hafer
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Im ganz subjektiven Geschmackstest in der DRadio-Wissen-Redaktion zeigte sich, dass sowohl Reis-, Mandel-, Soja- und Hafermilch deutlich süßer schmeckten als die Kuhmilch. Die intensivste Süße hatte die Reismilch, während die Mandelmilch eher als nussig-wässrig wahrgenommen wurde.

Genauer hinschauen sollte man allerdings bei der Angabe des Zucker- und Süßungsanteils. So steht beim Reisdrink beispielsweise, dass er keinen Zuckerzusatz enthält. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass bei der Produktion Enzyme zugesetzt werden - und die wandeln die Stärke in Zucker um.

Die deutlichste Differenz zur Kuhmilch, die mittlerweile zu Billigpreisen angeboten wird, zeigt sich schließlich in der höheren Preisspanne von 1,50 bis um die 3 Euro. Das liegt zum einen daran, dass es noch viel kleinere Produktionsmengen gibt. Zum anderen werden die Ersatzprodukte nicht subventioniert und auch die Mehrwertsteuer liegt höher: Milch wird mit sieben Prozent besteuert, die Ersatzprodukte mit 19 Prozent.

Mandelmilch selber machen

Ein eindeutiger Geschmacksgewinner ließ sich in unserem (subjektiven) Redaktionstest übrigens nicht küren. Was für den einen zu süß oder wie Pappe schmeckte, hatten andere direkt fürs Morgenmüsli vereinnahmt. Alle Produkte kann man übrigens auch zum Backen, Kochen oder den Kaffee verwenden - wenngleich Sojamilch sich etwas besser zum Aufschäumen eignen soll. Und wer ganz genau wissen will, was drin steckt, kann Mandelmilch gleich selber machen.