Vegane Ernährung ist kein Neuland mehr. Auch nicht im Leistungssport, wo vermutlich viele immer noch eher auf ein saftiges Steak setzen, um den Sieg zu holen. Aber es geht auch ohne tierische Produkte. Leistungssportler müssen allerdings auf ein paar Dinge achten, so unser Reporter Martin Schütz

Mittlerweile gibt es einige Leistungssportler und -sportlerinnen, die komplett oder teilweise auf tierische Produkte verzichten. Dazu gehören die Fußballer Lionel Messi und Serge Gnabry. Der Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die Football-Legende Tom Brady oder auch die beiden Tennis-Spielerinnen Serena und Venus Williams. Und dann wäre da zum Beispiel auch noch Carl Lewis, der 1990 seine Ernährung umstellte und Veganer wurde. Er holte danach noch drei von insgesamt neun olympischen Goldmedaillen.

Experten raten Leistungssportlern nicht unbedingt dazu, auf vegane Ernährung umzustellen. Auch weil der Punkt Ernährung für Leistungssportler nochmal wichtiger ist als zum Beispiel für Büromenschen. Bei einer rein pflanzlichen Ernährung ist eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen nicht immer gewährleistet, so unser Reporter Martin Schütz.

Proteine und Vitamin B12

Das hängt zum Beispiel mit Proteinen in der Ernährung zusammen. Proteine sind Eiweiße und helfen grundsätzlich beim Muskelaufbau sowie bei der Regeneration. Dafür brauchen die Muskeln Zucker und Eiweiß – und das Eiweiß bekommen die Muskeln über die Proteine. Diese können Veganer aber auch über pflanzliche Quellen ausreichend zu sich nehmen.

"Grundsätzlich können sich Sportler auf jeden Fall vegetarisch, auch vegan, ernähren", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Leistungssportler und -sportlerinnen müssten jedoch noch stärker auf eine ausreichende Proteinversorgung achten. Viele Proteine stecken unter anderem in Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Soja.

"Bei Leistungssportlern ist zu beachten, dass sie einfach mehr Protein benötigen. Das kann ich aber über verschiedene pflanzliche Proteinquellen erreichen."
Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Was Veganer auch im Blick haben sollten, ist das Defizit an Vitamin B12. Es ist an der Blutbildung beteiligt. Aus Sicht von Experten der Deutschen Sporthochschule ist B12 der kritische Nährstoff, sagt der Biochemiker Hans Braun auf Zeit Online. Antje Gahl bestätigt das, denn B12 kommt in fast keinen Lebensmitteln vor.

"Im pflanzlichen Bereich haben wir eigentlich kaum Lebensmittel, die uns ausreichend Vitamin B12 liefern."
Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Zum Beispiel kann man über Milch und Milchprodukte Vitamin B12 aufnehmen, aber das fällt eben bei der veganen Ernährung aus. Es gibt einige Speisepilze, die B12 enthalten, so Antje Gahl. Auch im Sauerkraut oder in anderen sauer vergorenen Lebensmitteln sind Spuren von B12 vorhanden. "Aber das reicht für die Versorgung nicht aus", sagt Gahl.

Doch Veganer können sich über Nahrungsergänzungsmittel mit B12 versorgen. Es gibt ausreichend Produkte. Und auf B12 sollten ohnehin alle Veganer achten, auch die, die keinen Leistungssport betreiben.