Die Meere sind überfischt, die Haltung von Fischen ist oft nicht besser als bei Tieren in der Fleischindustrie. Während es mittlerweile aber viele Fleisch-Alternativen gibt, mangelt es noch an veganen und vegetarischen Fisch-Ersatzprodukten. Das ändert sich nun langsam. Unser Reporter testet die ersten Fisch-Alternativen.

Noch ist die Palette an veganen und vegetarischen Fisch-Alternativen nicht so groß. Aber große Lebensmittelkonzerne haben ankündigt, den Markt zu erschließen. Der Versuch: Nicht nur Fisch wie Kabeljau, Thunfisch oder Lachs zu ersetzen, sondern zum Beispiel auch Garnelen und Fischstäbchen.

Leergefischte Meere und schlechte Arbeitsbedingungen

Gründe, nach Fisch-Alternativen zu suchen, gibt es viele: Die Meere sind vielerorts überfischt und auf den Fischfarmen werden die Tiere ebenfalls unter fragwürdigen Bedingungen gehalten, sagt Deutschlandfunk Nova Reporter Christian Schmitt.

Außerdem: Die Situation vieler Arbeiter in der Branche sind schlecht. Das Projekt End Slavery Now deckte Fälle in Thailand auf, in denen Arbeiter wie Sklaven an Fischkutter verkauft wurden – und teilweise jahrelang keinen festen Boden mehr unter den Füßen hatten, erzählt Christian.

"Die Firmen in der fischverarbeitenden Industrie stehen der Fleischindustrie traurigerweise in nichts nach. Meiner Meinung nach gibt es viele Gründe, auf vegetarisch oder vegan umzusteigen."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Darum testet unser Reporter die ersten Fisch-Ersatzprodukte. Mit dabei im Studio: Fischstäbchen, Kabeljau und Garnelen – alles ganz ohne Fisch, klar!

1. Fischstäbchen - mit und ohne Fisch lecker

Zuerst testet unser Reporter die veganen Fischstäbchen. Die bestehen zu einem großen Teil aus Soja. Bestimmte Öle verfügen von Natur aus über einen leicht fischigen Geschmack – zum Beispiel Leinöl. Das wird auch in diesen Stäbchen verwendet, erzählt Christian. Alge funktioniert auch, wenn etwas fischig schmecken soll, ergänzt er.

Das Fazit: Fischstäbchen sind keine große geschmackliche Herausforderung – frittiert ist frittiert. Wer richtige Fischstäbchen mag, kann getrost auch zur veganen Variante greifen.

2. Kabeljau aus Tofu - nur so la la

Der getestete Kabeljau ist aus Tofu gemacht und wirkt mehr wie ein Tofu-Schnitzel, findet Christian. Der fischige Geschmack wird hier durch ein Algenextrakt erzielt. Unser Reporter sieht ein ähnliches Problem wie bei vielen Fleisch-Ersatzprodukten auch: Es kommt auf die Weiterverarbeitung an. Mit einem hochwertigen Fisch ist dieser Ersatz nicht zu vergleichen – mit einem billigen schon. Für ein Curry mit Fisch oder ein Risotto ist der vegane Kabeljau aber eine gute Alternative, findet unser Reporter.

3. Garnelen - leider wie Gummi

Die Garnelen aus Tofu überzeugen unseren Reporter nicht – da hilft auch der leicht fischige Geschmack nicht. Die Garnelen haben eher den Anschein von gepresstem Gummi, findet er. Das ändert sich leider auch nicht, wenn er sie weiterverarbeitet. Weder im Pad Thai noch in seiner Ramensuppe überzeugen ihn die Ersatz-Garnelen. Aber er bleibt optimistisch: Die Fisch-Ersatzproduktion ist ja erst am Anfang – und einige Versuche immerhin sind bereits geglückt.

Moderator Paulus Müller und Reporter Christian Schmitt testen Veganer Garnelen
© Deutschlandfunk Nova | Katrin Melchior
Die veganen Garnelen überzeugen Moderator Paulus Müller und Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt nicht, die Fischstäbchen aber schon.

Ein Tipp zum Schluss: Ersatzprodukte findet ihr nicht nur im teuren Bio-Supermarkt oder in den Fleischersatz-Regalen. Asiamärkte haben schon seit Jahren Fisch-Ersatz im Angebot, erzählt Christian Schmitt. Denn: viele Buddhisten essen keine Tiere.