Hopfen und Malz, Hefe und Wasser - mehr ist nicht drin im deutschen Bier. So sagt es das Reinheitsgebot. Aber: bei ausländischem Bier sieht das anders aus. Besonders die Sache mit der Fischblase verunsichert viele Veganer.

"Das Reinheitsgebot schreibt vor, dass zur Bierherstellung nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden dürfen" - schreibt der Deutsche Brauer-Bund. So weit, so gut. Vegetarier und Veganer sollten damit also keine Probleme haben. Tierische Produkte haben ja im Bier nichts verloren.

Das ist allerdings nicht die ganze Wahrheit: Denn beim Herstellungsprozess kommt in machen Bieren ein tierisches Produkt zum Einsatz: die sogenannte Hausenblase. Das ist die getrocknete Schwimmblase von Fischen.

"Man benutzt die Hausenblase bei der Schönung des Biers. Man macht das Bier bei der Schönung hell und klar. Dabei werden Schwebeteilchen entfernt, die das Bier später trüben könnten."
Susann El Kassar, DRadio Wissen

Weil das Reinheitsgebot in Deutschland auch den Herstellungsprozess des Biers regelt, kann der Deutsche Brauerbund allerdings sagen: "Durch das Reinheitsgebot gibt es klare Vorgaben für die Herstellung von Bier, wonach tierische Stoffe wie Gelatine oder Hausenblase nicht zulässig sind."

Für ausländisches Bier gilt das aber nicht. Zwar haben viele Brauereien, etwa in Großbritannien, inzwischen aufgehört, Fischblasenprodukte zu nutzen - aber eben nicht alle. Es gibt andere, pflanzliche Stoffe und technische Verfahren, die Bier ebenso gut klären können. Wer aber wirklich sicher gehen möchte und kein Fischprodukt in seinem Bier haben will, der muss bei der Brauerei nachfragen.

Der Haken mit dem Etikett

Und dann gibt es für Veganer - auch hierzulande - noch einen kleinen Haken. Da geht es nicht um das Bier, sondern um die Bierflasche: Manche Etiketten haften mit einem Leim, der Casein tierischen Ursprungs enthält. Das Bier ist dann vegan, aber die Flasche nicht.

Noch komplizierter wird es bei Bier-Mischgetränken, die tatsächlich oft nicht vegan sind, schon allein durch die Aroma- und Farbstoffe. Der Farbstoff "Echtes Karmin" zum Beispiel wird aus Schildläusen gewonnen und steckt laut Verbraucherzentrale in einigen Mischgetränken.

Was viele nicht wissen: auch Wein ist meistens nicht vegan. Beim Klärungsprozess des Weins spielen oft Tier- oder Fischprodukten eine Rolle. Viele Winzer haben aber den Trend zu veganen Produkten erkannt und klären ihre Weine nun auf alternative Weise.

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