Umgangssprachlich heißt er "Porno-Modus" - Hersteller haben etwas seriösere Namen für den Browsermodus, der verhindern soll, dass das eigene Surfverhalten verfolgt wird. Bei Firefox heißt er "Privat", bei Microsoft "InPrivate" und bei Chrome "incognito". Allen gemein ist: Sie legen keine Historie der besuchten Seiten an. Es kann also niemand anhand des Browserverlaufs nachvollziehen, welche Webseiten wir besucht haben. 

Forscher des MIT und aus Boston haben jetzt aber einen Surfmodus entwickelt, der völlig unabhängig von Browsern arbeitet. Über das System "Veil" geben User die URL (also zum Beispiel deutschlandfunknova.de) auf einer besonderen Webseite ein. Von dort gehen die Informationen an einen sogenannten Verschleierungsserver. Dieser Server schickt uns dann eine spezielle Version der Deutschlandfunk-Nova-Seite. Die ist dann verschlüsselt also von außen nicht einsehbar. Der Algorithmus für die Entschlüsselung wird aber mitgeliefert, sodass der User am Bildschirm dann die ganz normale Website sieht. 

Keine zwischengespeicherten Daten mehr

Der Vorteil an "Veil": Anders als im Pornomodus über den Browser werden keine Daten mehr auf unserem Rechner zwischengespeichert, die mit ein bisschen Aufwand dann doch wieder verraten, wo wir rumgesurft sind. Bei der Veil-Methode ist die entschlüsselte, klare Website nur vorübergehen im Arbeitsspeicher vorhanden, hinterlässt aber keine Spuren mehr auf unserer Festplatte.

"Als nettes Zusatztool wird auch noch bei jeder Webseitenübertragung digitaler Müll mitgeliefert, sodass Cyber-Kriminelle bei möglichen Abhörversuchen einen schweren Stand haben."
Andreas Noll, Netzreporter

Bei "Veil" wird zudem noch ein weiterer Sicherheitsschritt mitgeliefert. Nutzer können sich die Website auch als Foto schicken lassen. Darauf sollen sogar die Links anklickbar sein.

Eine Schwachstelle hat das System aber dann doch: Der Server, die die Daten verschlüsselt an die Nutzer zurückschickt, muss bei einem vertrauenswürdigen Anbieter liegen. Wer physisch Zugriff auf die Verschleierungsserver hat, der kann dann doch wieder nachverfolgen, wer welche Seiten im Netz ansteuert.

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