Einfach runtergespült! Dabei geht es nicht unbedingt um den goldenen Ehering, der versehentlich in der Kloschüssel landet. Feine Partikel von Edelmetallen im Wert von zig Millionen Euro finden sich im Klärschlamm.

Das klingt schon nach einem neuen Goldrausch: Wissenschaftler der Arizona State University in den USA haben im ganzen Land Stichproben von Klärschlämmen gesammelt und darin Gold und andere Metalle gefunden:

  • Im Schnitt enthält eine Tonne Klärschlamm knapp 17 Gramm Silber und etwas mehr als ein Viertelgramm Gold.
  • Zusammen mit anderen Metallen liegt der Wert einer Tonne Klärschlamm bei 240 Euro.
  • Die Wissenschaftler haben das hochgerechnet für eine Stadt mit einer Million Einwohner: Der Metallfund hätte dann einen Gegenwert von rund 11 Millionen Euro.

Heavy Metal

Wie gelangen die Metalle in den Klärschlamm? Das einfachste Beispiel ist tatsächlich der goldene Ehering, der versehentlich in die Kloschüssel fällt und runtergespült wird. Die Wissenschaftler haben aber vor allem kleine Metallpartikel gefunden, die zum Beispiel durch den Abrieb der Zahnbürste an den Goldkronen ins Abwasser gelangen. Oder das Regenwasser spült Kupfer von den Hausdächern. Und die Industrieabwässern der Elektro- und chemischen Industrie oder von Schmuckherstellern spülen viele Metalle in die Kläranlage. Zwar gibt es Grenzwerte für die Industrie, aber dennoch gelangen Metalle ins Abwasser. Wobei in Deutschland weniger Gold und mehr Blei und Kupfer im Abwasser landen.

Rohstoffquelle Klärschlamm

Die feinen Partikel aus dem Klärschlamm herauszulösen, ist ein aufwändiges und teures Verfahren. Damit sich diese Metallrückgewinnung lohnt, muss das Verfahren aber kostengünstig sein. Eine Stadt in Japan verbrennt den Klärschlamm. Am Ende bleiben von einer Tonne Klärschlamm rund zwei Kilo Gold übrig.

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