Wenn ein Kochrezept nicht gelingt, dann liegt das meist an uns, sagt die Köchin Julia Floß. Aber es kann auch noch andere Gründe dafür geben.

Den Fehler, den viele machen, sagt Köchin Julia Floß, ist davon auszugehen, dass ein Rezept nach einem Art Baukasten-Prinzip funktioniert. Wenn das Gericht am Ende nicht schmeckt, geben wir dem Rezept die Schuld.

Aber beim Durchlesen schon einschätzen zu können, ob ein Kochrezept zum gewünschten Ergebnis führen wird oder nicht, ist gar nicht so einfach, sagt Julia Floß. Zumindest nicht für Ungeübte, denn dafür brauche es viel Erfahrung, so die Rezept-Autorin.

"Ich werde skeptisch, wenn Rezepte super kurz sind. Dann setzen die entweder viel Wissen voraus oder das Rezept wurde zwischen Tür und Angel zusammengestrickt und nicht nochmal überprüft."
Julia Floß, Köchin und Rezept-Autorin
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Manchmal versprechen Rezepte aber auch etwas, das an sich beim Kochen nicht funktionieren kann. Ein Beispiel einer Deutschlandfunk Nova-Redakteurin: Sie hat kürzlich ein Rezept für ein fettarmes Rösti entdeckt und war neugierig, wie das zubereitet wird. Die Fettangabe im Rezept ist aber zu niedrig und das Rösti war am Ende außen schwarz und innen noch roh.

Da die Schweizer Kartoffel-Spezialität grundsätzlich in viel Fett in einer Pfanne ausgebacken wird - klingt die Kombination aus "fettarm" und "Rösti" für Julia Floß an sich schon paradox. Sie findet das Rezept schon aus dem Grund schlecht, weil es falsche Erwartungen weckt.

Gute Rezepte geben Koch- und Backhinweise

Den Fehler auf das Rezept zu schieben, ist natürlich einfach und vielleicht nicht ganz so unangenehm, als sich einzugestehen, das selbst etwas falsch gemacht zu haben. Wenn mal etwas anbrennt, dann liegt das nicht unbedingt, an der Öl- oder Fettmenge. Manchmal haben wir einfach den Herd zu hochgedreht und die Pfanne ist zu heiß.

In einem guten Rezept wäre aber genau erklärt, bei welcher Stufe und wie lange wir die Zutaten zum Beispiel anbraten sollten, sagt Julia Floß. Nicht immer muss es am Rezept oder an uns liegen, wenn uns ein Gericht nicht gelingt. Manchmal kann zum Beispiel auch die Beschichtung der Pfanne ihr Übriges dazu beitragen, sagt die Köchin. Auch wenn mal etwas schiefläuft, sollten wir nicht aufgeben, sondern es einfach von Neuem versuchen, ist ihr Rat.

Bewertungen anderer Hobby-Köche und -Köchinnen

Auf der Suche nach dem passenden Rezept nutzen viele von uns eine Suchmaschine im Netz. Wenn wir eines finden, das einfach und lecker klingt, ist es aber schwer zu sagen, ob diese Anleitung tatsächlich gut ist, sagt Julia Floß. Deswegen rät die Köchin, auf die Schwarmintelligenz zu vertrauen und zu schauen, wie das Rezept bewertet wurde und was andere in den Kommentaren dazu sagen, die das Gericht schon probiert haben.

Einen guten Eindruck machen Rezepte auf Julia, wenn sie nicht zu kurz sind und ausführlich erklären, welche Handgriffe notwendig und in welchen Schritten sich das Gericht aufbaut. Nicht zu kurz, aber zu lang sollten sie genauso wenig sein. Nur ausführlich genug, damit man die Abläufe richtig versteht.

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Abschmecken und improvisieren

Wer einfach nur Zutaten zusammenrührt, darf sich nicht wundern, wenn es am Ende nicht schmeckt. Probieren, probieren und noch mal probieren, rät Julia Floß.

Zum einen empfiehlt sie, die einzelnen Zutaten zu kosten, aber auch zwischendurch und bei jedem einzelnen Schritt zu testen, ob vielleicht noch etwas fehlt - etwas Salz, etwas Säure oder etwas anders.

Beim Abschmecken können wir uns auch von dem Zusammenspiel der Zutaten im Mund dazu inspirieren lassen, eine Geschmacksnuance hinzuzufügen, die das Gericht vielleicht sogar auf das nächste Level hebt. Denn beim Kochen dürfen wir improvisieren, sagt die Rezept-Autorin. Beim Backen hingegen hält sich Julia Floß hingegen streng ans Rezept.