Sie könnten "natürliche Verbündete" im Kampf gegen Terrorismus werden, er und Donald Trump. Das meint zumindest der syrische Machthaber Bashar al-Assad.

Im Moment unterstützen die USA verschiedene Rebellentruppen in Syrien, also die Gegner von Assads Truppen. Schwer vorstellbar also, dass beide Länder in Zukunft zusammen arbeiten.

Der Fall von Bashar al-Assad hat keine Priorität

Dem portugiesischen Fernsehsender RTP sagte Assad in einem Interview, eine Zusammenarbeit sei möglich, wenn Trump das innerhalb der US-Regierung durchsetze. Darauf hat Donald Trump noch nicht reagiert. Wörtlich hatte er aber im Vorfeld gesagt, er möge Assad nicht, aber Assad töte den IS, Russland töte den IS und der Iran töte den IS, fasst unser Korrespondent Thilo Kößler zusammen.

"Alles was wir wissen ist, dass Donald Trumps Hauptaugenmerk der Zerschlagung des IS, der Terrormillizen des Islamischen Staates, gilt."
USA-Korrespondent Thilo Kößler

Ein Ende der Amtszeit von Bashar al-Assad ist nicht Trumps Priorität, wie sie es unter der Obama Administration war. Das ist der Grund warum Russland und die USA zu Syrien bislang nicht zusammen kamen. "Die Situation in Syrien ist so kompliziert, weil es viele unterschiedliche Akteure und Stellvertreterkriege gibt", erklärt Thilo Kößler: "Trumps Hoffnung scheint es zu sein, sich mit Putin verständigen zu können."

"Trump hat Putin Avancen gemacht, indem er ihn einen starken Führer nannte - viel stärker als Obama."
USA-Korrespondent Thilo Kößler

Barack Obama konnte sich lange Zeit nicht entscheiden, wen er auf Oppositionsseite in Syrien unterstützen sollte. Anders als in Libyen, fehlte ihm das völkerrechtliche Mandat, argumentierte er noch kürzlich. Ein Eingreifen wäre also einer amerikanischen Invasion gleich gekommen. Das Problem ist aber: Putin hält sich nur an die Macht des Stärkeren und nicht an völkerrechtliche Vereinbarungen, so Thilo Kößler.

"Die Hilfe der USA für die Rebellen ist eher halbherzig"
USA-Korrespondent Thilo Kößler

"Putin macht in Syrien was er will", so Kößler. Nachdem Trump am Montag mit ihm telefonierte, begann am Tag darauf eine russische Offensive im Osten Aleppos. Dort sind jedoch keine IS-Einheiten, sondern ausschließlich Rebellen, die Russland bombardiert, um Assad zu helfen. "Im Moment sieht es so aus, als ließen die USA Putin dort agieren", so unser Korrespondent Thilo Kößler.