Es ist ein neuer Spitzenjob zu besetzen: Chef von 3100 Mitarbeitern, Dienstorte sind Köln und Berlin. Das Gehalt liegt bei 11.500 Euro pro Monat. Michael Götschenberg, Terrorismus- und Sicherheitsexperte, erklärt, was ein Verfassungsschutzpräsident alles können muss.

Im Prinzip geht es beim Verfassungsschutzpräsidenten um einen Management-Job, um die Leitung einer Behörde mit 3100 Mitarbeitern. Gesucht wird ein routinierter Verwaltungsjurist oder ein ehemaliger Abgeordneter mit Führungserfahrung in einer Behörde.

"Dieser Job ist ein Schleudersitz, das muss sich jeder klar machen, der sich dort auf den Chefsessel setzt."
Michael Götschenberg, Terrorismus- und Sicherheitsexperte der ARD

Der Job birgt ein hohes berufliches Risiko. Die Arbeit eines Nachrichtendienstes ist vermintes Gelände, sagt Michael Götschenberg. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es auch die Chefs dieser Häuser zum Teil nicht mitbekommen, was in ihrem Laden wirklich passiert. 

"NSU-Akten wurden geschreddert von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes. Der Präsident trägt dafür die Verantwortung."
Michael Götschenberg, Terrorismus- und Sicherheitsexperte der ARD

In der freien Wirtschaft würden qualifizierte Bewerber mehr Geld verdienen. Trotzdem ist der Job offenbar für leitende Beamte im Bundesinnenministerium reizvoll, für Leute, die ihre gesamte Karriere im Sicherheitsapparat gemacht haben.

Ab in die Öffentlichkeit, aber raushalten aus Politik

Als Konsequenz aus der NSU-Affäre war es durchaus gewünscht, dass der Verfassungsschutzpräsident eine öffentliche Person ist und erklärt, was er macht, zum Beispiel warum wir den Verfassungsschutz brauchen. Er sollte sich allerdings nicht politisch äußern.

"Maaßen ist übers Ziel hinausgeschossen: Er hat ungeprüft Blödsinn erzählt. Und er hat Kritik an Merkels Politik geäußert. Damit hat er die rote Linie überschritten."
Michael Götschenberg, Terrorismus- und Sicherheitsexperte der ARD

Bislang wurden zwar einige Namen möglicher Nachfolger genannt, zum Beispiel aus den Landesämtern für Verfassungsschutz. Für Michael Götschenberg kommen die jedoch nicht infrage. Er glaubt, dass die Suche noch ein paar Tage dauern wird.

Mehr zum Thema: