Vergleichen? Ich doch nicht! Macht doch nur unglücklich. Nein, lieber eigene Ziele setzen und sich an sich selbst messen. Klingt sehr vernünftig. Und dann schielen wir doch heimlich auf den Teller des Nachbarn. Hat der mehr? Oder hat er sich vielleicht doch das bessere Gericht ausgesucht?

Hand auf's Herz. Vergleichst du dich mit anderen? Mit dieser Frage haben wir DRadio Wissen Reporterin Anna Kohn auf Menschen in Köln losgelassen. Wir wollen nämlich vor allem wissen, in welchen Punkten wir uns mit anderen vergleichen. Schnell kommt raus: der Körper, das Äußere, die Optik stehen ganz oben auf der Vergleichsliste. Klar, ist natürlich auch das Offensichtlichste. Und wir können es überall tun: vor'm Computer, in der Bahn, im Café.

"Vergleichen heißt ja, nicht zufrieden sein. Wenn man zufrieden ist, vergleicht man nicht."
Weise Worte einer jungen Frau Ende Zwanzig

An sich ist das nicht schlimm. Die Frage ist nur, wie schneiden wir dabei ab, wenn wir uns mit anderen vergleichen? Wenn wir ständig auf der Minusseite stehen, dann wird es natürlich problematisch. Dann macht uns der Vergleich unglücklich.

Was uns auch häufig beschäftigt: Wie gut bin ich eigentlich im Vergleich zu meinen Kollegen? Schaffen die mehr Arbeit? Sind die besser ausgebildet? Ganz klassischer Fall von Leistungsvergleich. Ist aber natürlich auch wichtig für uns. Schließlich wollen wir besser werden.

Besser nicht nach anderen richten?

"Man muss selber zufrieden sein, mit dem was man leistet, und deswegen sollte man sich nicht mit anderen vergleichen."
Ein junger Student im Anzug

Das Statement oben stammt von einem jungen Mann mit Aktentasche und kariertem Hemd. Er vergleicht sich angeblich nicht mit anderen - steckt sich dafür aber hohe Ziele. Am Ende misst er sich eben doch. An Noten zum Beispiel. Und auch wenn das selbst gesteckte Ziele sind, sie lassen einen Vergleich zu. Und wir fragen uns leise: bleibt er auch dann mit sich selbst zufrieden, wenn er in der Bibliothek sein Smartphone checkt und sieht, wie seine Freunde im Park Spaß haben, während er für die nächste Klausur lernen muss? Denn mal ganz ehrlich: gerade die sozialen Netzwerke reizen doch wirklich sehr zum Vergleichen.