Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft des englischen Königreichs, als sich in der Schlacht von Boyne am 1. Juli 1690 die Heere des englischen Königs Wilhelm III. von Oranien und des ehemaligen englischen Königs Jakob II. gegenüberstehen.

Am 11. Juli 1690 stehen sich am Boyne, einem Fluss in den irischen Grafschaften Kildare und Meath, die Heere des englischen Königs Wilhelm III. von Oranien und des ehemaligen englischen Königs Jakob II. gegenüber. Kurz zuvor war das englische Königreich von der Glorious Revolution durcheinander geschüttelt worden. Jetzt steht seine Zukunft auf dem Spiel.

Die Zukunft des englischen Königreichs steht auf dem Spiel

1688 hatten protestantische Adlige Wilhelm III. von Oranien aufgefordert, mit einer Armee nach England überzusetzen, um die Krone des englischen Königs entgegenzunehmen. Wie die Adligen ist auch Wilhelm Protestant. Der katholische Jakob II. wurde verjagt und musste an den Hof des französischen Königs Ludwig XIV. fliehen, wo er Rache schwor.

Für seinen Plan, die Königswürde wiederzuerlangen, gewinnt er die Unterstützung des französischen Königs und vieler katholischer Iren, die von einem protestantischen englischen König wenig Gutes erwarten. Die erste der beiden entscheidenden Schlachten findet am Boyne statt. Die Truppen Wilhelms siegen und legen so den Grundstein für die weitere Herrschaft Englands über Irland.

Eine der blutigsten Schlachten auf irischem Boden

Die zweite Schlacht findet am 12. Juli 1691 in Aughrim statt. Mit mehr als 7000 Toten gehört sie zu den blutigsten Auseinandersetzungen auf irischem Boden. Die Schlacht von Aughrim bedeutet das Ende des katholischen Jakobismus in Irland und die Fortdauer der Herrschaft der Protestanten über die grüne Insel.

Protestantische Iren nehmen an Oranier-Märschen teil.
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Seit 1752 bejubeln protestantische Iren mit den "Oranier-Märschen" am 12. Juli die gewonnenen Schlachten in Aughrim und am Boyne.

Noch heute erinnern die protestantischen Iren mit den Feierlichkeiten des Oranierordens an die Siege über die Katholiken. Seit der Einführung des gregorianischen Kalenders im Jahr 1752 bejubeln sie in den "Oranier-Märschen" am 12. Juli die gewonnenen Schlachten in Aughrim und am Boyne. Während die Protestanten diese Ereignisse feiern, bedeuten sie für ihre katholischen Nachbarn Erinnerungen an schmachvolle Niederlagen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Jenaer Historiker Michael Maurer erläutert den komplizierten historischen Hintergrund, vor dem die Schlacht am Boyne stattgefunden hat.
  • Ulrich Niggemann von der Universität Augsburg ordnet die Glorious Revolution von 1689 in historischen Zusammenhang mit den Schlachten zwischen Protestanten und Katholiken in Irland ein.
  • Der Deutschlandfunk-Korrespondent Friedbert Meurer schildert das heutige Verhältnis zwischen England und Irland angesichts einer komplizierten Geschichte und eines nicht minder komplizierten Brexits.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld beschreibt den religiösen Konflikt, der sich auch in der Glorious Revolution widerspiegelt.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff beschreibt die Schlacht am Boyne.