Smartphones, alte Kleidung, aber auch ganze Häuser und Grundstücke – in den Ebay Kleinanzeigen finden wir so gut wie alles. Jetzt gehört die Plattform allerdings nicht mehr zu Ebay, denn die Sparte "Ebay Classifieds", zu der auch mobile.de zählt, wurde an das norwegische Online-Unternehmen Adevinta verkauft.

Zum Ebay-Konzern gehören die Auktionsplattform, ein Online-Marktplatz und die Sparte "Ebay Classifieds". Das sind die Kleinanzeigen. In Deutschland gehört auch mobile.de dazu. Diese Sparte hat Ebay jetzt an das norwegische Online-Unternehmen Adevinta verkauft, laut Adevinta für 9,2 Milliarden US-Dollar.

Verkaufswert: 9,2 Milliarden US-Dollar

Adevinta betreibt weltweit schon viele Kleinanzeigen-Portale und Online-Marktplätze. Mit der Übernahme wird der Konzern jetzt laut eigener Aussage zum größten Online-Kleinanzeigen-Unternehmen weltweit.

Gerade das deutsche Portal Ebay Kleinanzeigen ist ein echtes Schwergewicht: Es hat mehr Nutzer als etwa Spiegel Online, Bild, T-Online, Welt oder Focus Online. Im April, Mai und Juni 2020 haben laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung 36 Millionen Menschen in Deutschland Ebay Kleinanzeigen mindestens einmal genutzt. Allein in Deutschland hat sich Adevinta also ein großes Geschäft gesichert. Auch der Axel-Springer-Verlag hatte mitgeboten, am Ende ging der Medienkonzern aber leer aus.

Ziel: Steigerung der Aktienwerte

Wirtschaftsmedien vermuten, dass die Ebay-Investoren hinter dem Verkauf stecken. Indem sich der Konzern von "Ballast" trennt und aufs Kerngeschäft, also den Marktplatz, konzentriert, erhoffen sie sich, die Aktienwerte zu steigern. In diesem Sinne passt der Schritt in eine Reihe von Verkäufen aus den letzten Jahren: 2019 trennte sich der Konzern von der Ticketbörse Stubhub und bereits 2015 war der Zahlungsdienstleister Paypal verkauft worden.

"Manche Beobachter sehen den Verkauf kritisch, weil Ebay jetzt noch mehr in Konkurrenz zu Amazon und Alibaba steht."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Ebay bleibt trotzdem ein Milliardenkonzern. Allerdings bleibt diesem jetzt nur noch das eigentlich Auktions- und Marktplatzgeschäft. Manche Beobachter betrachten das kritisch, weil Ebay damit jetzt noch mehr in Konkurrenz zu Amazon und dem chinesischen Online-Riesen Alibaba steht.

Ebay sollte investieren

Ebay müsse viel in den Marktplatz investieren, empfahl zum Beispiel Mathias Gehrckens von der Unternehmensberatung Accenture bereits vor zehn Monaten im Handelsblatt. Wenn das nicht passiere, könnte Ebay womöglich sogar komplett übernommen werden, sagt Wirtschaftsprofessor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein – für Alibaba wäre das eine große Hilfe für die Expansion nach Europa.