Dieses Jahr feiert die Ampel ein besonderes Jubiläum: Sie wird 100 Jahre alt. Treue Dienste wird sie uns Verkehrsteilnehmern auch in Zukunft erweisen - nur technologisch wird sich so einiges ändern. Für Autofahrer bedeutet das: deutlich weniger Stress.

Wie Grün, Gelb, Rot in Zukunft funktionieren werden, darüber machen sich der Verkehrsforscher Lars Schnieder und sein Team vom Institut für Verkehrssystemtechnik am Zentrum für Luft- und Raumfahrt tagtäglich Gedanken. Sie testen schon heute Ampeln und schlaue Ampel-Systeme, die erst in 10 bis 15 Jahren im Straßenverkehr zum Einsatz kommen werden.

"Ampeln müssen wissen, wie der Verkehr um sie rum funktioniert, wo ist welches Auto, wie viele Autos sind da und wo wollen die Autos hin. Da kann man sicherlich noch einiges verbessern."

In Zukunft werden uns denkende Ampeln den Weg weisen, so Lars Schnieder. Dabei geht es nicht nur darum, optimal zu entscheiden, welchen Autos grün gegeben wird und die Verlustzeiten gering zu halten, sondern auch darum, die Grünphasen so zu gestalten, dass möglichst wenig CO2 ausgestoßen wird.

Enstpannter Autofahren dank Grüne-Welle-Assistent

Auch werden Ampeln bald über eine Art WLAN ihrer Umgebung mitteilen, wie lange auf welchen Fahrstreifen noch Rot oder Grün gegeben wird:

"Die Ampel spricht mit Ihrem Auto, das Fahrzeug interpretiert es und wählt die richtige Fahr-Strategie aus. Sie bekommen eine Empfehlung, wie Sie fahren sollen und schwimmen dann optimal auf der grünen Welle."

Bis es allerdings soweit ist, sind noch viele Optimierungen notwendig. Die Herausforderungen lauten unter anderem: Rückstaulängenschätzung und optimaler Durchsatz pro Grünphase. Gerade hier werden heute noch viele Kapazitäten verschenkt.

Darüber hinaus machen sich die Forscher auch Gedanken darüber, wie Ampelsysteme zukünftig auch mit Radfahrer kommunizieren können. Ein spezieller Mobilitätsassistent soll auch mit Smartphones von Blinden und sehbehinderten Menschen kommunizieren und Sicherheit und Effizienz erhöhen.