In Norwegens Hauptstadt Oslo gab es im gesamten Jahr 2019 nur einen einzigen Verkehrstoten. Weniger Autos im Zentrum der Stadt sowie strenge Geschwindigkeitsbegrenzungen haben dazu beigetragen.

In Deutschland kommen auf eine Million Einwohner etwa 39 Verkehrstote, haben wir ausgerechnet. In Norwegen sind es etwa 20. In Oslo, Norwegens Hauptstadt mit 680.000 Einwohnern, gab es im Jahr 2019 dagegen nur einen einzigen Verkehrstoten.

Erfolgreiches Maßnahmenpaket

Zufall ist es nicht, Glück ist es schon, sagt Carsten Schmiester, unser Korrespondent für Skandinavien. Besonders stolz seien die Osloer, dass im vergangenen Jahr kein Kind, also niemand im Alter von 0 bis 15 Jahren, ums Leben gekommen ist. Die Stadt habe gleich ein ganzes Bündel an Maßnahmen an den Start gebracht:

  • 90 Prozent der erweiterten Innenstadt (etwa zwei Quadratkilometer) sind autofrei
  • PKW und LKW dürfen nur sehr langsam fahren
  • Trennung der Verkehrswege für Fußgänger, Radfahrer und Autos
  • Sichere Zonen um Schulen herum
  • Straßenbauliche Maßnahmen, die langsames Fahren erzwingen

Nicht nur in Oslo, auch im Rest Norwegens sieht es mit der Verkehrssicherheit besser aus als bei uns. Die norwegischen Behörden seien streng - und stolz darauf, dass die Tempolimits eingehalten würden, sagt Carsten Schmiester. Laut norwegischer Polizei geht auch die Zahl der Menschen mit Alkohol am Steuer zurück. Daneben gab es große Aufklärungskampagnen etwa zum Thema "Handy am Steuer".

Elektromobiltät und Sicherheit

Auch E-Autos sind ein großes Thema. Norwegen ist das Land der E-Mobilität, sagt Carsten Schmiester.

"Die Menschen haben hier sehr viele neue E-Autos gekauft mit serienmäßigen Abstandswarnern und Assistenzsystemen. Sie sagen: Unsere Autos sind sicherer."
Carsten Schmiester, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent für Skandinavien

Die Protestbewegung gegen die Maßnahmen zur Verkehrssicherheit sei sehr klein, sagt Carsten Schmiester. Für die meisten Norweger sei das alles völlig in Ordnung.

Die generellen Tempolimits findet übrigens auch unser Korrespondent richtig und total entspannend. Das Auto sei in Norwegen nicht Ausdruck der persönlichen Freiheit, sondern ein Transportmittel, mit dem die Menschen einfach heil ankommen möchten.