Kunst wird ausgestellt, klar. Und Kunst wird verkauft. Auf Auktionen zum Beispiel. Oder Kunstmessen. Vorher wird ihr Marktwert getestet - auf einer Vernissage. Da geht es nicht nur für Kunst und Künstler um sehen und gesehen werden.

Im Museum Morsbroich - zwischen den Kunststädten Köln und Düsseldorf, trifft sich, wer in der rheinländischen Kunstszene Rang und Namen hat. Und die, die gerne Rang und Namen hätten. Und am Ende auch die, die gerne in eben dieser Gesellschaft gerne einen Prosecco trinken - hübsch eingerahmt von zeitgenössischer Kunst.

Diesmal steht eine Ausstellungseröffnung auf dem Programm. Gezeigt werden die aktuellen Werke der Künstler-Zwillinge Gert & Uwe Tobias. Die Werke der beiden sind international bekannt. Ihre großformatigen Holzschnitte, Skulpturen und Bilder wurden bereits im Museum of Modern Art, New York und in der Whitechapel Gallery in London ausgestellt.

Kunst am Blatt

Während sich die beiden Künstler eher wortkarg geben, ist Kurator Fritz Emsland voller Enthusiasmus. Er freut sich auf den Ideenaustausch an diesem besonderen Nachmittag. Andere Besucher der Eröffnung sind einfach gerne Zaungäste - sie wollen vor allem einen Blick auf die Künstler werfen, die Werke - und den ein oder anderen skurillen Gast.

Der Koch als Künstler

Wesentlich gesprächiger ist der Koch, der die Häppchen für diesen besonderen Tag kreiert hat. Kunstvoll drapierte Salatblätter an Linsensalat werden dargeboten, die nicht nur den Gaumen, sondern auch den Sehnerv kitzeln. Der Koch, klar, ist selber Künstler. Sein Medium sind Lebensmittel. Passt ja.

Achja, wir waren ja beim Geld! Nein, Geld fließt auf dieser Vernissage nicht. Also nicht direkt jedenfalls. Vielleicht werden die Deals ja später noch gemacht - zum Beispiel wenn es nach dem offiziellen Teil in eine Bar oder ein Restaurant geht. Hier auf der Vernissage im Museum Morsbroich geht es erst mal ums Sehen und Gesehen werden. Aber das ist eben Teil des Spiels.