Von einem Freund bekommt Wlada Kolosowa eine Kiste mit alten Briefen. Sie sind von seinem Urgroßvater und auf russisch verfasst. Wlada soll sie übersetzen und findet sich plötzlich mitten in einer 100 Jahren alten Liebesgeschichte wieder.

Ben weiß nur zwei Sachen über seinen Urgroßvater: er ist aus Russland nach New York geflohen und er war kein glücklicher Mann. Vielleicht erhofft er sich mehr Informationen als er Wlada Kolosowa die Kiste mit den alten Briefen überreicht. In der Kiste sind die Briefe seiner ersten großen Liebe. Und weil Wlada gebürtige Russin ist, bittet er sie, die Briefe für ihn zu übersetzen.

Der erste Brief ist von 1906, der letzte Brief von 1925. Zwischen 1915 und 1925 gibt es allerdings keine Briefe. Weder von Jakov*, Bens Urgroßvater, noch von seiner großen Liebe Raisa*. Was dazwischen passiert ist? Wlada hat keine Ahnung, aber vielleicht findet sich ja die Antwort in den Briefen?

"Liebe Raisa,
Du wirst vermutlich sehr überrascht über diesen Brief sein. Zehn Jahre sind ohne ein Wort vergangen. Das Schicksal hat uns getrennt. Aber die Bilder der vergangenen Tage können nie aus meiner Erinnerung geglättet werden."
Der erste Brief von Jakov an seine große Liebe am 25. April 1925

Was Wlada da zu lesen bekommt, ist die Geschichte einer verpassten Liebe in Briefform. Es ist fast so schmerzlich als würde sie das selbst erleben. Und Wlada kommt ins Grübeln. Wie schlimm das wäre, wenn man heute einen Streit nur per Brief klären könnte. Keine schnellen Nachrichten von Handy zu Handy. Keine Wortwechsel, kein Schlagabtausch. Stattdessen zähes Warten auf den nächsten Brief und stilles einsames Leiden.

Wie lange Jakov und Raisa gelitten haben, erzählen die Briefe. Ein bisschen zumindest.

Das Buch von Wlada Kolosowa
© kailash Verlag
Wlada Kolosowa hat ein Buch über all die Liebesgeschichten geschrieben, die ihr auf ihren Reisen begegnet sind.