Damit eine Verschwörung geheim bleibt, dürfen möglichst wenige Leute davon erfahren. Denn je mehr Menschen davon wissen, desto größer ist die Gefahr, dass die Verschwörung auffliegt.

Der Mathematiker David Grimes von der Oxford University hat dieses Problem erkannt, sich ein bisschen darüber gewundert und es als Ausgangspunkt genommen, um die durchschnittliche Haltbarkeit eines Geheimnisses zu berechnen. Grundlage für seine Berechnungen sind Geheimnisse, die in den vergangenen Jahren aufgeflogen sind.

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Seine Ergebnisse angewendet auf die angebliche Klimawandel-Lüge:

Bei dem Thema sind weltweit ungefähr 405.000 Personen involviert. Wenn die Thesen über den Klimawandel eine Verschwörung, also eine Lüge wären, wären sie rechnerisch nach 3,7 Jahren aufgeflogen. Fazit: Da es Forschungen über den Klimawandel schon länger als 3,7 Jahre gibt, wüssten wir Bescheid, wenn alles gelogen wäre.

Wer nur den engeren Kreis der Wissenschaftler zählt, die sich mit dem Klimawandel befassen, gibt es rund 30.000 Eingeweihte. In diesem Fall könnte die vermeintliche Klima-Lüge 26,77 Jahre unaufgedeckt bleiben. In diesem Fall wüssten wir noch nichts davon, wenn der Klimawandel tatsächlich erfunden sein sollte. Allerdings ist wiederum nicht davon auszugehen, dass so etwas wie der Klimawandel, nur im kleinen Kreis bleibt.

"Drei aufgeflogene Verschwörungen als Datenmaterial reichen nicht aus, weil man für eine saubere statistische Kalibrierung eigentlich auch die Werte von bislang nicht aufgeflogenen Verschwörungen bräuchte."
Michael Gessat, DRadio Wissen

Die Daten, die Grimes ausgewertet hat, reichen eigentlich nicht aus, um sie statistisch auszuwerten. Der Wissenschaftler weiß auch, dass seine Gleichung nicht helfen wird, einen überzeugten Verschwörungsfanatiker vom Gegenteil zu überzeugen.

Grimes sagt: Es gibt definitiv Verschwörungen. Nur eben keine ganz großen, die ewig halten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Beteiligter verquatscht, ist einfach zu hoch.

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