Vor zwei Jahren wurde die Crispr/Cas-Methode zum Editieren von Genen erfunden. Seitdem sind die dystopischen Science-Fiction-Szenarien von neu geschaffenen, gesunden, vielleicht sogar perfekten Menschen in machbare Nähe gerückt.

Bisher war es der lange Atem der Evolution, der uns Menschen über Jahrtausende hinweg langsam verändert hat. Jetzt können wir das selbst – menschengemachte Evolution: Erbkrankheiten ausmerzen, schwache Knie durch starke ersetzen. Vielleicht könnten wir uns ja auch noch ein bisschen schlauer und schöner machen? Mit der Erfindung der so genannten Crispr/Cas-Methode (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) lässt sich das menschliche Genom einfach und präzise verändern.

"Crispr/Cas hat uns die lebende Natur in all ihrer Größe und Komplexität offenbart wie nichts anderes zuvor. Allein schon deswegen ist es eine Jahrhunderterfindung."
Ernst-Ludwig Winnacker, Biochemiker

Was die Wissenschaft schon kann und was nicht – und welche Gefahren und Fallstricke die Crispr/Cas-Revolution mit sich bringt – erklärt der Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker in seinem Vortrag. Er hat ihn am 22. September 2017 auf der Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle (Saale) gehalten. Der Titel: "Evolution – natürlich oder von Menschenhand".

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