Mit dem guten Wetter erobern Fahrräder wieder die Straßen in den Städten. Für Diebe bieten sich Möglichkeiten, Räder zu klauen. Versicherungen decken viele Schäden bei einem Diebstahl ab. Es gibt aber einige Punkte, die ihr beim Abschluss beachten solltet.

Fahrradfahren ist gerade extrem angesagt. An ein neues Rad zu kommen ist seit ein paar Jahren aber gar nicht so leicht. Das liegt daran, dass viele gekauft werden und außerdem gibt es immer wieder Probleme in der Lieferkette. Man könnte deswegen denken, dass Räder besonders häufig geklaut werden. Das war aber zumindest 2021 nicht so.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gab bekannt, dass die Zahl der Fahrraddiebstähle 2021 auf ein Rekordtief gesunken ist. Demnach wurden 125.000 versicherte Fahrräder geklaut – 15.000 weniger als ein Jahr zuvor. Als Grund nennt der Verband die Corona-Pandemie.

Höhere Dunkelziffer bei Fahrraddiebstählen

Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen, meint Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. Es handelt sich schließlich nur um die versicherten Räder. Aber auch die Polizei meldet einen Rückgang um 10,5 Prozent bei angezeigten Fahrraddiebstählen.

Den Rückgang erklärt der GDV mit der Corona-Pandemie: Durch Homeoffice seien für Diebe einfach weniger Möglichkeiten da gewesen, Fahrräder zu klauen. Dass die Summe, die die Versicherungen Besitzer*innen für gestohlene Fahrräder gezahlt hat, gleich hoch geblieben ist, könnte daran liegen, dass die versicherten Fahrräder im Durchschnitt teurer waren, meint Reporterin Anke.

"Laut GDV wurden vor zehn Jahren im Schnitt noch 440 Euro pro geklautem Rad als Entschädigung ausgezahlt. Mittlerweile sind es 860 Euro."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Unsere Reporterin erklärt, dass eine Versicherung für ein Rad eben auch erst interessant ist, wenn ein Rad ein bisschen was gekostet hat. Daher ist der Anstieg ausgezahlter Entschädigungssummen nicht außergewöhnlich. Wer den Wert eines Fahrrads durch eine Versicherung schützen möchte, braucht aber nicht unbedingt eine Fahrrad-Versicherung abzuschließen. Das geht zum Beispiel auch über eine Hausratversicherung.

"Man kann bei einer Hausratversicherung zusätzlich auch eine Fahrradklausel abschließen. Wichtig ist darauf zu achten, dass das Rad nicht nur versichert ist, wenn es im Keller oder Fahrradschuppen steht – also im Hausrat –, sondern auch wenn man damit unterwegs ist", erklärt Anke.

Vorteile einer Fahrradversicherung gegenüber Hausratversicherung

Mit einer speziellen Fahrrad-Versicherung ist man flexibler abgesichert als mit einer Hausratversicherung. Neben dem Fahrrad kann man sich zum Beispiel gegen Schäden durch Unfälle versichern lassen oder gegen Reparaturkosten, die durch Verschleiß entstehen.

Anke erklärt, dass man sich auch gegen Teile-Diebstahl versichern lassen kann. Das ist bei E-Bikes interessant, wenn zum Beispiel der Akku geklaut werden sollte. Die Kosten für die Tarife variieren. Eine Beispielrechnung: Für ein 700 Euro teures Fahrrad könnten etwa 5 Euro pro Monat Versicherung im Monat fällig werden.

"Das klingt zwar nach viel Geld für eine Fahrrad-Versicherung. Damit ist aber auch fast alles abgedeckt: Versicherung gegen Vandalismus, Diebstahl einzelner Teile, Sturz und Verschleiß", ordnet unsere Reporterin den Versicherungspreis ein.

Dass Fahrräder immer mal wieder geklaut werden können ist klar – ganz unabhängig vom Versicherungsschutz. Das ist ärgerlich, und häufig hat das Rad ja auch einen nicht zu ersetzenden immateriellen Wert.

Was bei einer Fahrrad-Versicherung zu beachten ist

Um einem möglichen Diebstahl vorzubeugen, hat die Verbraucherzentrale den Tipp, darauf zu achten, ob die Versicherung jedes Schloss einbezieht. Manche Versicherungen lassen nur bestimmte Schlösser zu – sonst zahlen sie nicht. Außerdem rät die Verbraucherzentrale, auf die Höhe einer möglichen Selbstbeteiligung zu achten.

Ein weiterer Tipp: Bei der Versicherung unbedingt auf den Punkt Vandalismus achten. Andernfalls ist folgendes Szenario denkbar: Jemand versucht, ein Rad zu stehlen, scheitert aber am Schloss. Nach dem Diebstahlversuch ist das Fahrrad Schrott, weil der Rahmen gebrochen ist. Geld bekommt in diesem Fall nur, wer sein Rad neben Diebstahl auch gegen Vandalismus versichert hat.