Die gängige Meinung lautet: Videospiele machen depressiv. Es geht aber auch anders: Der Blogger Maximilian Dichtl kommt dank "Call of Duty" besser mit seinen Depressionen klar.

Maximilian Dichtl bloggt auf justanaveragegamer. Dort erzählt er auch seine Geschichte: Er ist Einzelkind, hat Schwierigkeiten Freunde zu finden und ist übergewichtigt. Maximilian Dichtl sagt über sich selbst, er sei depressiv. Und er schreibt: "Meine Depressionen haben mich dazu gebracht, Videospiele zu lieben, aber Videospiele haben mich nicht depressiv gemacht oder meine Depressionen verstärkt." Maximilian sieht das so: Videospiele haben ihm dabei geholfen, den Dingen zu entkommen, die bei ihm die Depression auslösen.

Leiden Gamer häufiger an Depressionen?

Damit widerspricht Maximilian Dichtl der gängigen Meinung über Videospiele und Depressionen, erklärt DRadio-Wissen-Autorin Martina Schulte. Die Fachzeitschrift Pediatrics hat zum Beispiel eine Studie veröffentlicht, in der 3000 Schüler in Singapur beobachtet wurden - sogenannte Heavy Gamer, die pro Woche mehr als 31 Stunden spielen. "Die leiden häufiger an Depressionen, Ängsten und Phobien."

Mit dem besten Freund spielen

Für Maximilian Dichtl gilt genau das Gegenteil: Er hat über "Call of Duty" seinen besten Freund kennengelernt. Über das Spiel und Videochats konnte er eine Beziehung zu ihm aufbauen. Das habe ihm dabei geholfen, mit seiner Situation zuhause klarzukommen und ihn von seinen Selbstmordgedanken abzubringen.

Es gibt übrigens auch Studien, die genau das bestätigen. In der Annual Review of CyberTherapy and Telemedicine kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass Gamer die Stress oder Depressionen haben, damit zum Teil durchs Spielen besser klarkommen.

"Videospiele können dabei helfen, die Entspannung zu finden, die sie in ihrem normalen Leben nicht haben."
Martina Schulte

Maximilian Dichtl hat durch "Call of Duty" wieder Mut bekommen und ein neues Ziel im Leben: Er möchte Community-Koordinator werden.

"Er sagt, das Gamen habe sein Leben verändert und sei eine starke positive Kraft gewesen, was man von den Menschen in seinem Leben nicht behaupten kann."
Martina Schulte über Maximilian Dichtl