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Mehr Jüngere, mehr migrantische Menschen und zwei Trans-Menschen. Der nächste Bundestag wird diverser – beispielsweise durch diese vier Abgeordneten.

Eine Folge der Bundestagswahl 2021 steht bereits fest: Der neue Bundestag wird diverser sein. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rebekka Endler hat sich die Themen und Ideale von vier neuen Abgeordneten anhand ihrer Online-Auftritte genauer angesehen. Sie sagt: "Noch nie waren mehr Menschen mit Migrationsgeschichte und auch Flucht-Biographien im Bundestag."

Biografie als Teil der Botschaft

Zum Beispiel die Abgeordnete Awet Tesfaiesus. Die 47-Jährige Anwältin aus Kassel wird für Bündnis 90/Die Grünen ins Parlament gehen. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie als schwarze Frau Politik macht. Ihre Biografie sei Teil ihrer politischen Überzeugung und Botschaft, sagt Rebekka.

"Ich werde Halle nicht hinnehmen. Ich werde Chemnitz nicht hinnehmen und ich werde Hanau nicht hinnehmen."
Awet Tesfaiesus, Bundestagsabgeordnete, Bündnis 90/Die Grünen

Awet Tesfaiesus möchte sich für gesetzliche Initiativen gegen Diskriminierung und für Demokratie einsetzen. Sie fordert die wissenschaftliche Untersuchung von Rassismus und Diskriminierung – auch und gerade bei der Polizei, wie die Abgeordnete sagt.

Der 24-Jährige Fabian Funke hat erfolgreich für die SPD in Sachsen kandidiert. Er will sich für klassische SPD-Themen einsetzen: einen höheren Mindestlohn, eine gute Rente und insgesamt bessere Arbeitsvoraussetzungen. Durch die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer und mit der Vermögenssteuer als Instrument, möchte er massive soziale Ungleichheit abschwächen.

"Wir müssen die Schere zwischen Arm und Reich schließen. Nur so kann auch wieder die Gesellschaft zusammenwachsen."
Fabian Funke, Bundestagsabgeordneter, SPD

Der 31-Jährige Muhanad Al-Halak zieht aus Bayern für die FDP in den Bundestag ein. Er ist einer der wenigen Abgeordneten in diesem Bundestag, die nicht studiert haben.

Bildung und Chancengleichheit

Muhanad Al-Halak ist Abwassermeister. Seine Themen sind Aufstiegschancen und Bildungsgerechtigkeit. Für ihn ist Bildung Voraussetzung für individuelles Vorankommen und ein selbstbestimmtes Leben.

"Leider hängt unser Land weit hinterher, was soziale Aufstiegschancen angeht. Welchen Bildungs- und Berufsweg junge Menschen einschlagen, hängt immer noch zu stark von der sozialen Herkunft und dem Elternhaus ab."
Muhanad Al-Halak, Bundestagsabgeordneter, FDP

Die 27-Jährige Transfrau Nyke Slawik wird als Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag einziehen. Ihre Themen sind Klimaneutralität für Deutschland, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte auch und gerade für die LGBTQI-Community.

"Als stolzer Teil der queeren Community, als Transfrau möchte ich für die Gleichberechtigung kämpfen und dafür, dass alle jungen Menschen mit Hoffnung in diesem Land aufwachsen können."
Nyke Slawik, , Bundestagsabgeordnete, Bündnis 90/Die Grünen