Vier Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs ist die erste Verfilmung erschienen: Apocalypse Now. Weitere Filme über den Krieg folgten, und manche wurden weltberühmt. Eine Auswahl.

Apocalypse Now

Als Francis Ford Coppola das Vietnam-Kriegs-Drama dreht, ist der Krieg offiziell vier Jahre vorbei. Der Film zeigt die gnadenlose Brutalität an den vietnamesischen Kriegs-Fronten, erzählt die Geschichte eines Einsatzkommandos, das im Dschungel einen desertierten US-Soldaten aufspüren und töten soll, gespielt von Marlon Brando. Auf den Philippinen gedreht war der Film damals ein Kraftakt für alle Beteiligten. Die Dreharbeiten gehören zu den verrücktesten der Filmgeschichte, bei dem Schauspieler und Regisseur dem Wahnsinn nahe waren.

Apocalypse Now gilt bis heute als wichtigster Vietnamkriegs-Film.

Full Metal Jacket

Einen ganz anderen Blick auf den Vietnamkrieg wirft 1987 der exzentrische Filmemacher Stanley Kubrick. In Full Metal Jacket stellt er in der ersten Hälfte seines Films den ebenso gnaden- wie auch hirnlosen Drill der US Marines vor dem Einsatz in Vietnam in den Fokus. Hauptfigur ist in diesem Teil der Rekrut Lawrence, der von dem überharten Ausbilder permanent gehänselt und "Private Paula" genannt wird - bis zu der Szene, in der Lawrence sich mit seinem Gewehr samt scharfer Munition auf dem Klo verschanzt.

Rekrut Lawrence erschießt erst den Ausbilder, danach sich selbst. Ab dieser Stelle ähnelt Full Metal Jacket dann Filmen wie Apokalypse Now oder Platoon: Soldaten im aussichtslosen Kampfeinsatz. Die erste Hälfte von Full Metal Jacket gilt bis heute als eine der schärfsten Ausbildungs-Kritiken des US-amerikanischen Militärs.

Good Morning Vietnam

Robin Williams spielt im Film Good Morning Vietnam den Radio-DJ Adrien Cronauer (den es tatsächlich gab und der zu Beginn des amerikanischen Einsatzes in Vietnam, 1965, auch wirklich in Saigon Radio für die Truppen gemacht hat). Cronauer war für seine lockere Art, große Klappe und seine Gags beliebt bei den Soldaten. Als der Krieg aber näher kommt, schließlich auch Saigon erreicht und Cronauer selbst nur um Haaresbreite einem Bombenanschlag entkommt, erfährt er die Zensur des Militärs:

"Ja, richtig! Hier in Saigon ist heute laut offiziellen Verlautbarungen NICHTS passiert! Was offiziell nicht passiert ist, war eine Bombe, die um 14.30 Uhr offiziell nicht explodiert ist, inoffiziell aber Jimmy Wahs Café zerstört hat! Drei Männer wurden inoffiziell verwundet und zwei andere starben inoffiziell. Und da niemand offiziell im Einsatz war, wurde von amtlicher Seite alles für inoffiziell erklärt."

Cronauer soll die Soldaten unterhalten und ihnen nicht etwa die Wahrheit über Vietnam erzählen. Aus der Komödie wird ein bitteres Drama über Zensur, Vertuschung und amerikanische Vietnam-Propaganda.