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In dieser Woche lief bei Twitter der Hashtag #ichhabeBessereszutun ziemlich gut. Er geht zurück auf den Virologen Christian Drosten, der mit diesem Satz seinen Tweet beendete, in dem er sich über die Bild ärgerte. Der Streit wirft Fragen über Grenzen des Boulevards auf. Darum geht es in dieser Ausgabe von Eine Stunde Was mit Medien.

Es ist der Medienaufreger der Woche: Die Berichterstattung der Bild über den Virologen Christian Drosten polarisiert das Publikum, nicht wenige sprechen von einer Kampagne der Boulevardzeitung. Drosten ärgert sich via Twitter über die Recherche-Anfrage eines Bild-Mitarbeiters.

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Andere Wissenschaftler distanzieren sich von der Berichterstattung. Selbst der ehemalige Bild-Redakteur Georg Streiter kritisiert die Arbeit seiner Ex-Kollegen: Die Schlagzeilen der Bild seien durch nichts belegt.

Überschreitet der Boulevard seine Grenzen? Medienwissenschaftler Jonas Schützeneder von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt hat über das Selbstverständnis von Boulevardjournalisten geforscht und erklärt bei uns im Interview die Funktionsweise von Boulevard und was wir vom Fall Drosten vs. Bild lernen können.

Videotext wird 40

Vor 40 Jahren ist der Videotext in der ARD und im ZDF gestartet. Doch das ist nicht nur etwas für Medien-Nostalgiker. Heute wird der Teletext von 16 Millionen Zuschauern genutzt.

Viele haben noch ihre Lieblings-Zahlenkombination im Kopf: 111 für die Topnachrichten, 150 für die Untertitel im laufenden Programm, 333 für Programmhinweise oder 253 für die Tabelle der Bundesliga. Der Videotext hat viele Nachrichten-Junkies in den vergangenen Jahrzehnten begleitet.

Hat der Videotext Zukunft?

Am 1. Juni 1980 haben ARD und ZDF den Videotext in Deutschland gestartet, nachdem Ingenieure der BBC in den 1970er Jahren ein Verfahren entwickelten, Text-Informationen in einer sogenannten Austastlücke zu übertragen. Was viele überrascht: Noch heute erreicht der Videotext ein Millionenpublikum.

"Aus Videotext wurde Teletext, aber auch 2020 sind es 25 Zeilen à 40 Zeichen pure Information. Die 16 Millionen Nutzer der ARD-Seiten wissen das sehr zu schätzen. Ich gehöre auch dazu und gratuliere ganz herzlich zum Jubiläum!"
Grußbotschaft von Volker Herres, Programdirektor Das Erste

Auch im Netz ist der Videotext erreichbar und beweist eine seiner Stärken: Die Texte laden schneller als die meisten Nachrichtenwebseiten. Doch wohin wird sich der Videotext im Smartphone-Zeitalter entwickeln? Ist er noch zeitgemäß? ARD-Text-Chefin Frauke Langguth ist zu Gast und teilt ihre Zukunftsvision.

Die Sendung gibt es auch als Podcast. Abonniert "Was mit Medien" kostenlos via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herrn Pähler über Twitter kommunizieren.