Teenager, die sich um Babypuppen kümmern, die schreien, gefüttert und gewickelt werden müssen, sollen so vor ungewollten Schwangerschaften bewahrt werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass genau das Gegenteil der Fall ist.

Im Rahmen von Virtual-Instant-Parenting-Projekten, die ungewollten Teenagerschwangerschaften vorbeugen sollen, bekommen Mädchen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren für ein Wochenende eine Babypuppe. Dass die Puppe schreit und ständig versorgt werden will, soll die Mädchen so abschrecken, dass sie auf die Verhütung achten.

In der Studie australischer Wissenschaftler ist herausgekommen, dass 8 Prozent der 3000 untersuchten Mädchen, die sich um die Schreipuppe kümmern mussten, noch vor ihrem 20. Geburtstag das erste Kind bekommen haben. Die erste Abtreibung hatten bis zu dem Alter 9 Prozent der Mädchen. In der Kontrollgruppe, waren es dagegen nur 4 Prozent, die schwanger wurden, und 6 Prozent, die abgetrieben haben.

Gegenteiliger Effekt

In rund 89 Ländern, darunter auch in Deutschland, werden die Baby-Projekte durchgeführt und relativ viel Geld hineingesteckt, denn die Puppen sind richtige Roboter. Bislang wurden die Auswirkungen aber nicht wirklich untersucht. Zu den Ursachen, warum Mädchen der Projekte doppelt so häufig schwanger werden und dreimal so oft abtreiben als Mädchen, die nicht daran teilnehmen, können die Wissenschaftler noch nicht viel sagen.

Eine australische Gesundheitswissenschaftlerin vermutet, dass die Mädchen, die sich um die Babypuppe kümmern, viel positives Feedback bekommen. Das könnte den Wunsch nach einem eigenen Baby erhöhen. Außerdem kritisiert sie, dass die Probleme der Mädchen nicht mit der Schwangerschaft anfangen, sondern sehr viel früher beginnen. Meist seien sie mangelhaft gebildet und lebten in schwierigen sozio-ökonomischen Verhältnissen.