Fotoshootings mit echten Models kosten Zeit und Geld. Mit computergenerierten Modelkörpern ist das einfacher. Auf Instagram bekommen virtuelle Models eigene Biografien und echte Aufträge. Natürlich läuft alles super.

Super Models wie Gigi oder Kendall müssen sich noch keine Sorgen machen, aber jene Models, die weniger berühmt sind – quasi Normalo-Models. So zumindest heißt es in einer Studie der Universität Oxford. Model sei einer der Berufe, der bald vollständig von Künstlichen Intelligenzen und Avataren übernommen werden könnte.

Auch das Online-Magazin Heise bescheinigt computergenerierten Models eine glorreiche Karriere: "In der Zukunft könnten Designer beispielsweise ihre neu entworfenen Kleider an die Software-Entwickler im Haus geben. Diese ziehen die Kleider dann den hauseigenen 3D-Avatare an, und die zuständigen Social-Media-Manager posten die Bilder auf allen sozialen Kanälen." Echte Models wären damit irgendwann überflüssig.

Künstliche Intelligenz und virtuelle Models

Ein Mode-Fotoshooting mit echten Modells ist aufwändig, zeitintensiv und teuer. "Deswegen werden bei H&M schon jetzt computergenerierte Modelkörper eingesetzt", sagt unsere Netzreporterin Martina Schulte. Auf diese Körper werden die Köpfe realer Models quasi geklebt. Die Kleidung selbst wird aber an einer Puppe fotografiert, so Martina Schulte.

Virtuelle Models können aber ebenso zu richtigen Marken aufgebaut werden, so Martina Schulte. Das zeigen Lil Miquela und Shudu Gram. Zwei Avatare, die bei Instagram sehr erfolgreich sind und für Marken wie Ugg, Chanel oder Moncler werben.

Lil Miquela hat zum Beispiel schon über 1,5 Millionen Follower. Erfunden wurde sie vom Tech-Start-up Brud.

"Lil Miquela ist der Typ süßes, dünnes sommersprossiges Manga-Mädchen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

"Halb spanisch, halb brasilianisch", wie sie von ihren Erfindern in ihrer Biografie beschrieben wird. Lil Miquela führt auf Instagram ein computergeneriertes Leben, das sich viele wünschen: Sie ist ständig auf Reisen, arbeitet mit Modemagazinen und hat echte Deals mit Marken wie Balanciaga oder Prada.

Virtuell leben: Lil Miquela und Shudu Gram

Ähnliches gilt für Shudu Gram. "Auch sie ist eher so das Modell computergenerierter Hungerhaken", sagt Martina Schulte. Shudu Gram hat makellose Haut einen einnehmenden Blick und so weiter. Einfach alles, was geht. Sie durfte schon für Rihannas Lippensiftmarke Fenty Beauty werben.

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Deutschland hat auch seine digitalen Influencerinnen, wie zum Beispiel Noonoouri: Sie wird in München von einem Computer generiert und hat immerhin schon 160.000 Follower.

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Virtuelle Models treten teils in Kampagnen zusammen mit echten Stars auf – wie zum Beispiel Rihanna, Beyoncee oder Kim Kardashian. Das sei schon bizarr, sagt Martina Schulte. "Wenn man sich die Fotos anschaut, weißt du nicht, wer da künstlicher rüberkommt."

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