Joe Biden wird bald bekannt geben, wen er als Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin ins Rennen schickt. Klar ist: Es wird wohl eine schwarze Frau werden.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat für die US-Wahl im Herbst, Joe Biden, hat noch nicht bekannt gegeben, wer Vizepräsidentin werden soll. Fest steht: Es soll eine Frau sein.

Aus Sicht von Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität Köln, muss eine gute Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin diese Eigenschaften erfüllen:

  • Erfahren und gleichzeitig jung sein
  • In der Partei gut vernetzt sein
  • Große Fachkenntnis haben
  • Fähigkeit, bestimmte Wählergruppen motivieren zu können
  • Nicht unbeliebt sein
  • Eher partei-links
  • In der Lage sein, eine Debatte zu bestehen, zum Beispiel mit dem bisherigen Vizepräsidenten Mike Pence
"Es ist die Suche nach jemanden, den es eigentlich nicht gibt."
Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik und Außenpolitik an der Universität Köln

Aus Sicht von Politikwissenschaftler Thomas Jäger ist es eine Suche nach jemandem, den es eigentlich nicht gibt. Aus seiner Sicht kommen folgende Kandidatinnen in Frage:

Susan Rice: Sie war schon Teil der Obama-Regierung und hat exekutive Erfahrung. Sie war im Kabinett Clinton UN-Botschafterin der USA und hat Kenntnisse in der Außen- und Sicherheitspolitik. Politikwissenschaftler Thomas Jäger sieht zwei mögliche Schwächen: Rice hat noch nie eine Wahl bestritten. Zudem war sie Teil der Obama-Regierung. Alle Fehler, die die Regierung aus Sicht der Republikaner gemacht hat, würden Susan Rice angelastet.

Kamala Harris: Sie vertritt seit 2017 den Bundesstaat Kalifornien im Senat. Als sie noch Staatsanwältin war, galt sie als streng und damit automatisch als Unterstützerin der Polizei. Das könnte ihr nachteilig ausgelegt werden in Zeiten von Polizeigewalt in den USA, sagt Thomas Jäger.

Karen Bass und Keisha Lance Bottoms: Bass vertritt den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus. Bottoms ist Bürgermeisterin der Stadt Atlanta. Laut Einschätzung von Thomas Jäger haben die beiden schon aufgrund ihrer nicht sehr großen Bekanntheit wenig Chancen. Beide zählen aber zu den Partei-Linken, sodass sie diesbezüglich Joe Biden gut ergänzen würden.

Elisabeth Warren und Gretchen Whitmer: Thomas Jäger sagt, diese beiden Frauen würden vom Profil her am besten zu Joe Biden passen. ″Aber sie sind beide weiß, deswegen haben sie wahrscheinlich keine Chancen.″

In einer Woche muss Biden seine Entscheidung bekannt geben. Die Vizepräsidentschafts-Kandidatin muss dann auf dem Parteitag gewählt werden.

Im Bild oben sind von links nach rechts zu sehen: Susan Rice, Kamala Harris, Karen Bass und Keisha Lance Bottoms.