Stress abbauen, mehr Zeit für Familie und Freunde, klimafreundlicher leben, mehr Bewegung – bei den guten Vorsätzen für 2023 haben die Deutschen klare Vorlieben.

Es ist der höchste Wert seit zwölf Jahren: Stress vermeiden oder abbauen – das wünschen sich laut einer jährlichen Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK 67 Prozent aller Befragten. Die Frage ist allgemein gehalten, die Aussage kann sich also auf Arbeitsstress und/oder privaten Stress beziehen – oder darauf, wie man die Nachrichten verfolgt und an sich ranlässt.

"Der häufigste Vorsatz lautet: Ich will weniger Stress haben."
Niklas Potthoff, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Mehr Freizeit mit Familie und Freunden ist ein Klassiker unter den guten Vorsätzen, er schafft es 2023 auf Platz zwei – gemeinsam mit einem Vorsatz, der auf ein (nicht erst seit gestern) aktuelles Thema schließen lässt:

Der Vorsatz, klimafreundlicher zu leben, wurde sehr oft genannt – von der jüngeren Bevölkerung deutlich häufiger als von älteren. Der Wunsch nach mehr Bewegung und Sport kommt auf Platz vier, danach folgen "Mehr Zeit für mich selbst" und "Gesünder ernähren".

"Nichtstun ist eine aktive Form der Erholung. Etwas, was wir verlernen. Freizeitstress ist ein guter Begriff. Also einfach wirklich mal gar nichts tun, Zeit verdödeln auf dem Sofa ohne schlechtes Gewissen – das kann ich auf jeden Fall empfehlen."

Viel mehr Leute als sonst nehmen sich auch vor, im gerade angebrochenen Jahr mehr zu sparen. Der Wert ist um 11 Prozentpunkte auf 40 angestiegen, der Vorsatz landet auf Platz sieben. In Folge des Kriegs in der Ukraine und der Energie- und Gaskrise sind viele Dinge in der letzten Zeit teurer geworden – mehr Menschen wollen und müssen auf ihr Geld achten.

Der Anteil der Bevölkerung, der sich überhaupt etwas vornimmt, ist laut der Umfrage übrigens immer in etwa gleich und liegt zwischen 35 und 45 Prozent. Die Mehrheit der Deutschen macht sich also gar keine Vorsätze.

"Die Mehrheit der Deutschen nimmt sich laut der Umfrage keine Vorsätze."
Niklas Potthoff, Deutschlandfunk Nova

Laut der Umfrage schaffen es mindestens die Hälfte der Menschen, sich für drei Monate oder länger an ihre Vorsätze zu halten: 2022 waren es 56 Prozent. Die Werte sind in allen Altersgruppen ähnlich.

Dinge konkret vornehmen

Für die Umsetzung von Vorsätzen könnten zwei Dinge helfen:

  • Nicht vage bleiben, sondern möglichst konkret Dinge vornehmen, zum Beispiel: "Ich geh zwei Mal die Woche ins Fitnessstudio."
  • Freundinnen und Freunden von den Vorsätzen erzählen, die können einen daran erinnern.
"Viele Vorhaben scheitern daran, dass man sie sehr vage fasst, etwa: 'Ich gehe mehr ins Fitnessstudio' – aber man legt es dann nicht fest."
  • Moderation:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartner:  Niklas Potthoff, Deutschlandfunk Nova