Der Vulkan Taal auf den Philippinen ist ausgebrochen: Er hat schon mehrfach Lava und Asche ausgespuckt. Experten sagen, dass innerhalb von Stunden oder Tagen ein explosiver Ausbruch möglich sei. Wann der aber tatsächlich kommt, ist fast unmöglich vorherzusagen.

Bereits jetzt ist der Ausbruch des Vulkans Taals eine Naturkatastrophe: Täglich stößt der Vulkan 5300 Tonnen Schwefeldioxid in die Luft, berichtet die philippinische Vulkanbehörde. Das könne Hautreizungen und Schäden an Augen und Atemwegen verursachen. Lavafontänen reichen bis zu 500 Meter in die Luft, verursachen 2000 Meter hohe Dampfwolken.

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Mehr als 80.000 Menschen haben sich in Sicherheit gebracht, Notfallhelfer, Polizei und Militär sind in den Städten südlich von Manila im Einsatz. Denn ein explosiver Ausbruch des Taals könnte in wenigen Stunden oder Tagen passieren und dann Asche, Lava und Gas auf die Städte zurollen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast eine halbe Million Menschen von einem solchen Ausbruch betroffen sein könnte.

"Fakt ist: Wir können nicht vorhersagen, wie lange ein Ausbruch dauern wird."
Ulrich Küppers, Vulkanologe an der LMU München

Von einem Ausbruch ist bereits jetzt die Rede, weil der Taal Lava oder zerbrochene Lava an die Erdoberfläche oder in die Atmosphäre fördert. Der Taal könnte aber auch gefährlich ausbrechen. Wann es so weit ist, lässt sich nicht so einfach vorhersagen. "Der Taal ist ein gefährlicher Vulkan, weil er daueraktiv ist - aber jahre- und jahrzehntelange Pausen haben kann", erklärt Ulrich Küppers, Vulkanologe an der LMU München. Seit drei, vier Tagen sei der Taal nun bereits am Ausbrechen, das könne sich über Wochen, Monate und Jahre ziehen.

"Die Frage ist: Kommt es zu einem richtig großen, katastrophalen Ausbruch oder bleibt es bei dem, was wir bis jetzt gesehen haben."
Ulrich Küppers, Vulkanologe an der LMU München

Vielleicht beruhigt sich der Taal auch wieder. "Die Frage ist: Kommt es zu einem richtig großen, katastrophalen Ausbruch oder bleibt es bei dem, was wir bis jetzt gesehen haben", sagt Ulrich Küppers.

Vulkan Taal: Künstlicher Ausbruch nicht empfehlenswert

Nun könnte es ein nahe liegender Gedanke sein, einen künstlichen Ausbruch zu verursachen. So nach dem Motto: Vulkan ausbrechen lassen, einen Tag warten, aufräumen, alle können wieder nach Hause. "So ist es aber nicht", stellt Ulrich Küppers fest. Dafür sei zu viel unklar, die Vulkanologen wissen nicht genau, wie viel Magma ausbrechen würde und ob sie eine kleine, mittlere oder große Katastrophe gezielt verursachen würden.

Ulrich Küppers und seine Kolleginnen und Kollegen lernen viel. Bei jedem Vulkanausbruch, den sie beobachten, können sie neue Erkenntnisse bekommen, wie der Ausbruch funktioniert. Theoretisch wäre es auch möglich, die extrem komplexen Vorgänge im inneren des Vulkans und die Prozesse im Erdinneren zu analysieren, sagt der Vulkanologe. Aber eben nur theoretisch: In der Praxis fehlen dazu die Messmethoden.

Ganz unwissenschaftlich gesagt: Wir haben keine Instrumente, mit denen wir im Vulkan messen können.